Konstantinos Farsalinos oder: Vom Mut, E-Zigaretten-Forschungspionier zu sein

Konstantinos Farsalinos oder: Vom Mut, E-Zigaretten-Forschungspionier zu sein

Dr. Konstantinos Farsalinos

E-Zigaretten-Forschungspionier

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Dieses Porträt ist Teil einer Serie, in der wir Dampfaktivisten und ihre Arbeit zur elektrischen Zigarette und Tabakentwöhnung vorstellen. Viele von ihnen kämpfen seit Jahren gegen rückständige nationale und supranationale Institutionen, um Rauchern den Weg zu einem gesünderen Leben zu ebnen.

Wir wollen damit nicht nur eine zusätzliche Plattform für akkumuliertes Wissen rund ums Dampfen, interessante Links und den aktuellsten Stand der Forschung schaffen. Wir wollen auch den Wissenschaftlern und Ärzten Respekt zollen, die konstant an allen bürokratischen Hürden und Regulierungsbestrebungen vorbei das Fundament für eine objektive Bewertung der E-Zigarette als erfolgreiches Nikotinentwöhnungsmittel schaffen.

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Persönlich glaube ich ja, dass die Paradoxie der durchschlagenden Akzeptanz und positiven Wirkung von E-Zigarette bei ihren Nutzern einerseits und die verblüffende Ablehnung dieser Technologie durch Gesundheitsbehörden und politische Institutionen andererseits nur durch die normative Kraft des Faktischen aufgelöst werden kann (normalerweise appelliere ich lieber an die Vernunft, aber in diesem Fall scheinen die Verkrustungen einfach zu dominant). Mit anderen Worten: Entscheidungsträger müssen mit Fakten konfrontiert werden, die ihnen eine weitere Verneinung der E-Zigarette als erfolgreichem Entwöhnungsinstrument und Lebensretter unmöglich machen.

Das kann auf zwei Wegen geschehen: einem praktischen und einem akademischen. Zum einen müssen Dampfer selbst in einer dezentralisierten Grassroots-Bewegung Aufklärung und Inspiration verbreiten und die positiven Erfahrungen mit eCigs so im Schneeballprinzip unübersehbar machen. Zum anderen muss es kompetente, leidenschaftliche, objektive, unbestechliche, frei arbeitende Wissenschaftler geben, die unbenommen der katastrophalen Fördersituation Umfragen, Studien und Analysen durchführen, die dieses Movement mit Fakten, Fakten, Fakten unterfüttert.

E-Zigaretten-Forschungspionier Farsalinos

Konstantinos Farsalinos ist einer der Pioniere dieser akademischen Strategie. Farsalinos ist Kardiologe und arbeitet als Forscher am Onassis Cardiac Surgery Center in Griechenland und dem Medical Imaging Research Center in Belgien. Seit 2010 erforscht er die Auswirkungen des Rauchens auf kadiologische Fehlfunktionen. In diesem Zusammenhang hat er sich auch für E-Zigaretten als Alternative zu interessieren begonnen, nach dem er diese seinen eigenen Worten zufolge zunächst als sinnlos abgetan hatte. Dies änderte sich schnell. Bereits 2011 begann er, aus eigenem Interesse mit der Forschung zum Dampfen, sowohl im klinischen Zusammenhang als auch im Labor. Er hat die erste Studie zur cyto-toxischen Wirkung von E-Zigaretten-Dampf auf In-Vitro-Zellen sowie die unmittelbaren Effekte der elektrischen Zigarette auf Herzfunktionen und Kreislauf publiziert. Damit hat er eine Vorreiterrolle in der Anerkennung der eCig als Forschungsgegenstand und ihrer medizinischen Einsetzbarkeit geleistet.

Als nächstes hat Farsalinos als einer der ersten Wissenschaftler klar formuliert, dass die E-Zigarette eines völlig neuen, wissenschaftliche Diskurses bedarf. Sie muss im Sinne der radikalen Schadensbegrenzung für Raucher gesehen werden, die nicht willens oder nicht in der Lage sind, auf das Nervengift Nikotin zu verzichten. Damit hat er das traditionelle ‚Storytelling‘ der Anti-Rauch-Kampagnen unterminiert, die eine klare Entweder-Oder Entwöhnungspolitik praktizieren – und mit dieser erwiesenermaßen nur einem von fünf Rauchern nachhaltig und langfristig bei der Komplettentwöhnung von Tabakzigaretten helfen können. Farsalinos ist in der Lage, pragmatisch zu denken, um Leben zu retten.

Hierfür verlangt er klar eine Neuausrichtung der Tabak- und Nikotinforschung. Während die Wissenschaft traditionell auf Langzeitstudien ausgerichtet ist, bevor sie sich zu Aussagen über die Risikohöhe eines Stoffes oder einer Methode auslässt, macht Farsalinos immer wieder klar, dass im vorliegenden Fall erstens Kurzzeitstudien massiv durchgeführt werden und zweitens als Basis für politische Entscheidungen heran gezogen werden müssen. Denn wenn nun, nach nur vier bis fünf Jahren nennenswerter, globaler Erfahrung mit der E-Zigarette als Entwöhnungsmittel diese unmittelbar wieder reguliert und damit partiell unbrauchbar wird, kann es naturgemäß auch gar nicht erst zu repräsentativen Langzeitstudien kommen. Farsalinos selbst hat eine weltweite Onlinebefragung von 20.000 Dampfern initiiert, die momentan ausgewertet wird und die dringendst benötigte Erfahrungsprotokolle bieten soll, um das oben erwähnten Zwei-Wege-Modell zwischen Dampfer-Empirie und Akademie zusammenzuführen.

Für diese Ansätze ist Farsalinos in den letzten Jahren mit einer Welle an negativer Berichterstattung und persönlichen Angriffen hinsichtlich seiner Forschungskompetenz und seiner Methodik konfrontiert worden. Diese wurde dadurch potenziert, dass Farsalinos neben seiner akademischen Arbeit nicht nur eine sehr umfangreiche Webseite (siehe Link) betreut, die völlig objektiv sämtliche neu zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Analysen zum Dampfen sammelt, sondern auch noch aktiv politisch tätig wird – durch offene Briefe an die EU und WHO, durch manchmal beißende, aber unwiderlegbare und mit Daten unterfütterte Frontalangriffe auf Lobbys, Organisationen und Verbände, die sich weigern, Dampf-Fakten zu akzeptieren und stattdessen gefährliches Halbwissen verbreiten.

Farsalinos hat eine mich immer wieder faszinierende Art und Weise entwickelt, mit diesen oft sehr persönlichen Attacken umzugehen: gleichzeitig elegant und Fakten basiert, aber auch mit eben der schneidenden Schärfe, die nur eine aus intellektueller Neugierde geborene Angstfreiheit generieren kann (Beispiel hier) – eben genau die Art von Denken und Hadeln, die die Dampfercommunity jetzt so dringend nötig hat.

Weiterführende Links
Dr. Farsalinos eigene Webseite
Profil Dr. Konstantinos Farsalinos
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