Rauchentwöhnung: Das Milliardengeschäft der Pharma

Ist Rauchentwöhnung ohne pharmazeutische Hilfsmittel genauso erfolgversprechend?

Das eine langfristige Nikotin-Abstinenz eine körperliche wie geistige Herausforderung darstellt, ist Rauchentwöhnungunbestreitbar. Die Pharma-Hersteller von Entwöhnungshilfen wie Nikotinpflastern leben von der Hoffnung von Millionen von Rauchern, dass eine graduelle Reduktion der Nikotinaufnahme durch den Körper verbunden mit einem Zigarettenrauchstopp die Wahrscheinlichkeit des diesbezüglichen Scheiterns minimieren würde. Auch viele Therapeuten versprechen mit unterschiedlichsten psychologischen Ansätzen einen leichtere Entwöhnungserfahrung. Glaubt man den entsprechenden Berichten, ist die völlig autonome, von keinerlei pharmakologischer oder psychologischer Beratung begleitete Entwöhnung fast unmöglich. Tatsächlich ist dem statistisch gesehen aber nicht so.

 

Rauchentwöhnung ohne Hilfsmittel 
Vielmehr belegen Studien, dass zwei Drittel bis drei Viertel aller Raucher sich ihre Sucht im Endeffekt ohne Unterstützung abgewöhnen – und zwar, indem sie entweder von heute auf morgen oder graduell mit dem Rauchen aufhören. In Deutschland sind dies über eine Million Raucher jährlich. Rückblickend sagen die meisten auch aus, dass der Entwöhnungsprozess weniger erschreckend war als erwartet (und von den Pharmafirmen dargestellt). Dies ist vor allem deshalb überraschend, als so gut wie alle öffentlichen Nichtraucherkampagnen den Einsatz von Nikotinersatztherapien explizit als den Erfolg versprechendsten Weg propagieren, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Folge könnte sein, dass die theoretische Wahrnehmung des Entzugs durch diesbezüglich noch unentschiedene Raucher weiterhin sehr negativ bleibt und diese schon vom Versuch abschreckt.

Interessanterweise sind viele der die respektiven Hilfsmittel empfehlenden Studien zur Rauchentwöhnung von der Pharmaindustrie finanziert. Jede zweite dieser Studien beurteilt die Wirkung von Tabakersatztherapien bei der Rauchentwöhnung positiv. Im Gegensatz dazu sind es bei nicht durch die Pharmaindustrie gesponsorten Forschungsprojekten nur etwas über 20%.

Die Probleme, die mit der „Pathologisierung“ von Rauchentwöhnung einhergehen, sind komplex und vielschichtig. Erstens fallen Raucher gewissermaßen aus den Händen einer Abhängigkeit, nämlich der zur Zigarettenindustrie, in die Hände einer anderen, nämlich der zur Pharmaindustrie; selten trifft das Sprichwort vom Teufel, der mit dem Belzebub ausgetrieben werden soll, wohl so zu wie hier. Zweitens trägt dieser generelle Trend weiter zur Pharmagläubigkeit einer Gesellschaft bei, in der es nur noch Patienten gibt, die auf „professionelle“ Hilfe zur Lebensgestaltung angewiesen sind und keine selbstbestimmten Individuen, die auf ihre Selbstheilungskräfte vertrauen. Drittens springen Hersteller und Therapeuten auf diesen Entmündigungszug auf, die entweder überteuerte und nutzlose oder tatsächlich gefährliche Mittel anbieten.

Ein Milliardengeschäft

Ein Beispiel ist das Medikament Champix, eine Nikotinentwöhnungs-Tablette des Pharmaunternehmens Pfizer. Seit Anfang 2006 ist sie auf dem deutschen Markt; weilweit wurde sie laut Hersteller über 13 Millionen Mal verschrieben. Das dies Milliarden einbringt, ist leicht errechnet: Eine Monatspackung kostet etwa 100 Euro, zwölf Wochen lang soll das Medikament eingenommen werden. Es wirkt auch tatsächlich: Champix blockiert die Nikotinrezeptoren im Gehirn permanent. So verschwindet nicht nur die Lust auf Zigaretten. Selbst wenn man sich eine anzündet, schmeckt sie nicht mehr. Doch die Liste der Nebenwirkungen des Medikamentes ist lang und wächst mit der Markterfahrung zunehmend. Psychische Symptome wie Depressionen und Selbstmordgefährdung reihen sich an mögliche Risiken von akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Problem dabei: Viele der Nutzer sind aufgrund der omnipräsenten Angstmache vor der Vergeblichkeit des nicht unterstützten Entzugs so eingeschüchtert, dass sie lieber die Risiken in Kauf nehmen als eine Suchtentwöhnung ohne Hilfe zu versuchen.

Besonders deshalb ist es so wichtig, dass die empirischen Fakten über Raucher, die ohne unterstützende Mittel mit dem Rauchen aufgehört haben, viel nachhaltiger publik gemacht werden.

Denn Tatsache ist, dass

-die weitaus größte Prozentzahl aller erfolgreichen Ex-Raucher entweder graduell oder von einem Tag auf den anderen mit dem Rauchen aufgehört haben (viele davon mit Hilfe elektronischer Zigaretten und einer selbstbestimmten Reduzierung der Nikotinzufuhr)

-die meisten Ex-Raucher rückblickend sowohl den körperlichen Entzug als auch die psychische Entwöhnung als weit weniger schwierig erlebt haben denn befürchtet

-viele erfolgreiche Ex-Raucher ihre Entwöhnung nicht nicht vorab geplant oder mit einem Arzt besprochen haben

-sie alle Rückfälle als Teil des erfolgreichen Prozesses erlebt haben, von denen jeder einzelne sie weiter auf dem Weg zur kompletten Rauchfreiheit geführt hat.

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