R. J. Reynolds

RJ Reynolds

R. J. Reynolds

Unternehmen und Marken

Die in Winston-Salem (North Carolina) ansässige R. J. Reynolds Tobacco Company (RJR) ist eine Tochterfirma der Holding Reynolds American Inc., die wiederum zu 42% der englischen British American Tobacco gehört und außerdem Unternehmen wie die American Snuff Company, die Santa Fe Natural Tobacco Company and Niconovum unter ihrem Dach vereinigt. RJR ist Amerikas zweitgrößter Hersteller von Tabakprodukten mit etwa 6.800 Angestellten. Gegründet wurde das Unternehmen 1875 von Richard Joshua Reynolds.

Zu den bekanntesten, aktiv beworbenen RJR-Marken zählen Camel, Winston, Natural American Spirit, Kool, Salem, Export, Doral und Eclipse. Hinzu kommen eine Reihe in den USA erhältlichen Marken, für die das Unternehmen aber kein nennenswertes Marketing-Budget mehr investiert. Hierzu zählen Barclay, Belair, Capri, Carlton, GPC, Misty, Monarch, More, Now, Tareyton, Vantage und Viceroy. Fünf RJR-Marken machen gemeinsam die Hälfte der zehn meistverkauften US-Zigarettenbrands aus; etwa jede dritte in den Vereinigten Staaten verkaufte Zigarette stammt von R. J. Reynolds.

International sieht das Bild anders aus, da das komplette Auslandsgeschäft des Unternehmens 1999 von Japan Tobacco übernommen wurde. Somit gehören auch alle Marken des Unternehmens (einschließlich Camel) außerhalb der USA zur japanischen JT International.

Geschichte

R.J.Reynolds wuchs in Patrick County, Verginia mit Tabak auf. Der Sohn eines Tabakfarmers verkaufte im Erwachsenenalter die Anteile an der Firma seines Vaters und gründete nahebei, in Winston-Salem, 1875 seine eigenes Unternehmen. In den 1890ern produzierte die Firma bereits mehrere Millionen Pfund Tabak im Jahr. Reynolds kaufte große Mengen an Land im Bezirk und bebaute diese mit für die Zeit sehr modernen Unterkünften für seine Arbeiter sowie immer neuen Fabrikgebäuden. Auch technologisch war Reynolds sehr zukunftsorientiert. Die Fabriken verfügten sämtlich über Elektrizität und moderne Dampfmaschinen. 1917 baute das Unternehmen 180 Eigentumshäuser, die Arbeiter zum Konstruktionspreis erwerben konnten und die das „Dorf“ „Reynoldstown“ bildeten.

Zum Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte Reynolds die meisten seiner Konkurrenten in Winston-Salem auf. Inzwischen produzierte die Firma bereits 25% des in den USA verkauften Kautabaks. 1907 kam die Zigarettenmarke ‚Prince Albert‘ auf den Markt, die mit riesigen Werbetafeln im Union Square in New York angepriesen wurde. Berühmt wurde Reynolds aber mit der ‚Camel‘, die bald nach ihrem Erscheinen zur beliebtesten Zigarette Amerikas wurde. Reynolds starb 1918. Nachfolger wurde sein Bruder William Neal Reynolds, der nach einigen Jahren die Geschäfte in die Hände des ersten externen CEOs abgab, Bowman Gray. Zu diesem Zeitpunkt produzierte das RJR zwei Drittel aller US-Zigaretten und gehörte zu den wertschöpfendsten Unternehmen weltweit.

Ein halbes Jahrhundert lang produzierte es sehr profitabel und nahm noch andere Geschäftszweige hinzu. 1985 erfolgte ein Merger mit Nabisco Brands, der zur Namensänderung in RJR Nabisco führte (August 1986). 1987 versuchten verschiedene Bieter, das neue Unternehmen aufzukaufen. 1988 gelang dies der Private Equity Firma Kohlberg Kravis and Roberts & Co (KKR). 1999 löste die RJR Nabisco die R. J. Reynolds Tobacco aus dem Unternehmensverband, die dann als R. J. Reynolds Tobacco Holdings, Inc operierte und zunächst alle ihre nicht-amerikanischen Anteile an die Japan Tobacco veräußerte. Dann kaufte sie ihrerseits die Nabisco Group Holdings Inc. zurück, die von Philip Morris übernommen worden war.

2004 verschmolz R. J. Reynolds mit dem amerikanischen Zweig der British American Tobacco (in den USA Brown & Williamson). Die jetzige Reynolds American Inc., ist das Ergebnis dieses Mergers.

Image

Im neuen Jahrtausend hatte R.J.Reynolds unter einer ganzen Reihe selbst verantworteter Imageeinbrüche zu leiden. 2002 musste die Firma 15 Millionen Dollar Bußgeld zahlen, weil sie auf Veranstaltungen, an denen auch Kinder teilnahmen, umsonst Zigaretten ausgegeben hatte. Generell wurde das Unternehmen beschuldigt, etwa mit der Darstellung seines Camel-Kamels als Cartoonfigur Kinder und Jugendliche als Kunden gewinnen zu wollen. 2006 bekannte sich der Vizepräsent des Vertriebs, Stan Smith, des Zigarettenschmuggels für schuldig, welcher der kanadischen Regierung 1,200,000,000 kanadische Dollar gekostet hatte.

R.J. Reynolds und der eCigarette-Markt

Mit dem Produkt „Vuse“ hatte RJR 2013 seinen Eintritt in den eCigarette-Markt angekündigt. Hierfür wurde die ‚R.J. Reynolds Vapor‘ als hundertprozentiges Tochterunternehmen der Reynolds American, Inc. gegründet. Die VUSE eCigarette wird in den USA entwickelt und auch dort produziert und vom Unternehmen mit amerikanischer Bescheidenheit beschrieben als die ‚ einzige E-Zigarette, die endlich eine befriedigende und exzellent schmeckende Dampferfahrung mit gleichbleibender und zuverlässiger Leistung kombiniert‘. Die Produktpalette umfasst VUSE Solo und VUSE System. Der Verkauf ist bisher auf ausgewählte Vertriebspartner in der Gegend von Denver (Colorado) beschränkt, das damit als Testmarkt angesehen werden kann.

Anfang 2014 wurde bekannt, dass R.J. Reynolds eine Übernahme des konkurrierenden Tabakherstellers Lorillard in Erwägung zieht. Momentan generiert Lorillard zwar 80% seines Umsatzes mit der Mentholzigarette ‚Newport‘. Diese Marke ist aber nicht der alleinige Kaufanreiz, auch wenn Lorrilard momentan etwa 11% des amerikanischen Marktes kontrolliert – im Verhältnis zu RJR’s 25%. Der Zusammenschluss würde also eine ernsthaften Wettbewerber für Altria darstellen, die momentan der Industrieführer sind .

Interessanter ist aber auch Lorillards sehr frühes Engagement im eCigarette-Markt, dass sich im 135 Millionen Dollar teuren Erwerb der ‚Blu‘-Marke in 2012 ausdrückte. Gleichzeitig liegt hier auch der Grund für jedes eventuelle Zögern: Wahrscheinlich möchte RJR noch abwarten, bis die amerikanische Regierung zu einer einheitlicheren Gesetzgebung hinsichtlich der eCigarettes gefunden hat.

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