Flavourtec und die Liquids American Stars

Flavourtec und die Liquids American Stars

Flavourtec und die American Stars Liquid

Wenn E-Zigaretten und Liquids irgendeine Chance auf De-Regulierung und schrankenlose Verfügbarkeit haben sollen, dann muss ein großes Risiko ausgeschlossen werden. Die Rede ist von der Attraktivität der Produkte für Kinder und Jugendliche. Dabei spielen zwei Kriterien eine Rolle. Zum einen dürfen E-Zigaretten nicht zur Einstiegsdroge für Tabakzigaretten werden. Zum anderen dürfen sie keine überdurchschnittlich große Gefahr für Kleinkinder darstellen, die im selben Haushalt wie Dampfer leben.

Letzteres wird meist im Zusammenhang mit dem entstehenden Dampf diskutiert. Noch gibt es keine abschließenden Langzeit-Studien über die Risiken, die von verdampftem Liquid für die Umgebung ausgehen. Aber alle bereits abgeschlossenen Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese gleich Null sind, solange das verwendete Liquid von hoher Qualität ist und keine gesundheitsschädlichen Chemikalien enthält. Doch selbst wenn diese Gefahr ausgeschlossen ist, droht von anderer Seite ein potenzielles Risiko.

Auch das Packaging und Marketing für Liquids und Geräte sollte klar und unmissverständlich an eine erwachsene Zielgruppe appellieren. Hier lauert eine Gefahr gerade für kleinere Kinder, die häufig unterschätzt wird. Gerade die Verpackungen von Liquids haben schon an und für sich eine Größe, die sie für kleinere Kinder interessant macht. Ist dann noch die Verpackung visuell attraktiv, werden Kinder ihre ganze, erheblich Kreativität und Improvisationsgabe nutzen, um an die Liquid-Boxen heranzukommen – wobei natürlich der Reiz des Verbotenen den Ehrgeiz noch anstachelt.

Das Problem: Sind die Liquids einmal erreicht und bieten auch noch süße Aromen wie ‚Cheesecake‘ oder ‚Kokosnuss-Schokolade‘, ist so ein Fläschchen im Nu leergetrunken – einschließlich des enthaltenen Nikotins. Auch wenn dieser Konsum nicht zum Tode führt, kann das Nervengift im Organismus eines Kindes doch erhebliche Schäden anrichten. Nikotinvergiftungen und Symptome durch einen Überkonsum von chemisch gefertigten Aromastoffen können Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen (das ansonsten in jedem Fall künstlich herbeigeführt werden sollte), Kreislaufkollaps, Zuckungen, Durchfälle, Schmerzen, Krämpfe und sogar Atem- und Herzlähmungen verursachen.

Hersteller müssten also ihr möglichstes tun, Liquid-Verpackungen so neutral und zurückhaltend wie möglich zu gestalten. Bunte Farben, runde, cartoonartige Buchstaben, identifikationsstarke, in kräftigen Strichen illustrierte Figuren und Tierabbildungen, plakative, positive Anker wie Süßigkeiten, Früchte, Autos oder Motorräder, Prinzessinnen oder fantastische Figuren – all dies muss unter allen Umständen vermieden werden, um die Fantasie und Neugier von kleinen Kindern überhaupt nicht erst anzuregen.

Flavourtec und das Liquid American Stars

Schwenk zu ‚Flavourtec‘, einem polnischen Liquid-Hersteller, der für den europäischen Markt produziert. Neben den klassischen Liquids mit einem dominierenden Aroma wie etwa ‚Apfel‘ oder ‚Caramel‘ in relativ neutralen, weiß etikettierten Fläschchen mit nur einer Illustration hat Flavourtec jetzt eine Produktlinie mit dem Namen ‚American Stars‘ herausgebracht. Die Rezepturen von ‚American Stars‘ sind fast sämtlich an typisch amerikanische Süßigkeiten und Kuchen angelehnt; die einzelnen Liquids heißen ‚Coco Choco‘, ‚Miss Maple‘ oder ‚Peanut Butter Cup‘. Soweit, so geschmacksabhängig. Das problematische ist jedoch, dass die dazugehörigen Verpackungen präzise mit den oben erwähnten, kindgerechten Design-Elementen arbeiten – und zwar ausnahmslos für alle Sorten. Das Corporate Design der Firma sieht aus, als wäre die angestrebte Zielgruppe Kinder unter zehn Jahren. Wer die Flaschen und ihre Umverpackung das erste Mal sieht, glaubt sich einer neuen Kaugummi-Marke gegenüberzustehen, die für 3 bis 10-jährige vermarktet werden soll.

Wir haben die Wirkung eines Motivs einem statistisch zwar nicht repräsentativen, aber umso beunruhigenderen Test unterzogen. Wir haben eine Umverpackung der neuen ‚American Stars Liquids‘ auf einen Tisch gestellt und die Reaktion einer später herein kommenden Sechsjährigen getestet. Sie ist unmittelbar nach Betreten des Raumes auf die Box zugesteuert, um mit ihr zu spielen – mit den Worten ‚Da ist ja eine Prinzessin‘. Die Reaktion wäre der Traum jedes Packaging Designers und der Albtraum jedes E-Zigaretten Kritikers. Nicht nur nämlich stellen die Verpackungen ein Risiko für Kinder dar – was schlimm genug wäre. Sie sind auch noch das geborene Fressen für alle diejenigen, die E-Zigaretten als eine allgemeine Gefährdung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sehen.

Denn selbst, wenn diese die Liquids nie in die Hand bekommen, verharmlosen solche Verpackungen das Produkt dennoch auf das Niveau eines Schokoladenmuffins. Da hilft auch der Warnhinweis auf der Packung nicht, dass das Produkt nicht an Minderjährige veräußert werden soll oder dass auf der Webseite des Unternehmens explizit auf die Sicherheitsmerkmale der Flaschen hingewiesen wird.

Generell muss die Frage gestellt werden, ob Illustrationen auf Liquid-Flaschen überhaupt angebracht sind – denn es ist nun einmal so, dass das Gehirn von Kindern entwicklungspsychologisch bedingt auf Bilder mit sofortigem Interesse reagiert, umso mehr, wenn es noch nicht lesen kann. Nicht umsonst gibt es Länder, in denen auch Tabakzigaretten in Zukunft nur noch in neutralen, einfarbigen Umverpackungen verkauft werden sollen, die lediglich die nun schon häufig diskutierten Schreckbilder tragen. Schon damit niemand auf die Idee kommt, letzteres auch für Liquids zu verlangen, sollte man Verpackungen, die Kinder akut gefährden und die Nikotinaufnahme verharmlosen, wahrscheinlich einfach durch einen Kaufboykott meiden.

Wir haben den Hersteller um Stellungnahme zu der Verpackung der „American Stars“ gebeten.

Flavourtec teilte uns dazu mit:

Die bunte und auffällige Verpackung der American Stars Liquids verkörpert deren intensiven Geschmack und den bunten und ausdrucksstarken amerikanischen Charakter, durch welchen die Liquids geprägt sind. Somit ist die Verpackung unserer Meinung nach ein weiterer Ausdruck und Hinweis auf den Stil der Liquid-Reihe. Wir sind uns bewusst, dass unsere Produkte nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geeignet sind und stellen in enger Kooperation mit unseren Kunden sicher, dass die Produkte für diese Altersklassen in einer nicht zugänglichen Form platziert werden, bzw. dass kein Verkauf an diese Gruppen stattfindet.

Des weiteren sorgen wir dafür durch eine Reihe weiterer Maßnahmen, wie dem Verschluss mit Kindersicherung, sowie der Aufschrift, dass ein Verkauf an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht erlaubt ist. Die Beschriftung unserer Verpackung ist in Übereinstimmung mit geltenden Bestimmungen diesbezüglich und es ist uns wie gesagt ein Anliegen, dass unsere Produkte ausschließlich von „befugten“ Person genutzt werden. Dies geht auch aus dem Hinweis für den Kunden hervor, das Liquid außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Wir sind uns bewusst, dass die Verpackung der American Stars Liquids durchaus bunt und farbenfroh ist, allerdings ist dies wie bereits erwähnt ein Hinweis auf den Charakter des Produktes, ähnlich wie dies bei Produkten wie beispielsweise der „WC Ente“ oder dem „Frosch“-Waschmittel der Fall ist, nicht aber eine gezielte Ansprache von Kindern und Jugendlichen. Wie bei diesen beiden Fällen, sollen die Verpackung und die gezeichneten Figuren auf der Verpackung nicht dazu dienen, Kinder als Kunden zu gewinnen. Des weiteren erscheint uns eine Figur wie beispielsweise die leichtbekleidete Dame auf dem Liquid „Peach’s Peaches“ eher wenig kindgerecht, sondern ist in der Tat ausschließlich an Erwachsene gerichtet.

Anmerkung der Redaktion:
Die von Flavourtec als „leicht bekleidete Dame“ beschriebene Verpackung wurde von der Sechsjährigen als Prinzessin interpretiert.

Wir haben bewusst auf Abbildungen und einen direkten Link verzichtet. Die Fotos zur  Verpackung sind hier www. american-stars. net zu sehen.

[google-translator]

Die besten E-Zigaretten Sets 2018

E-Zigaretten Set für Einsteiger & Profis

Joyetech

Kanger

Eleaf

Salcar

Innokin

8 comments

  1. Kurt

    Wenn nur irgendwer auf irgendwem herum hacken kann…..Traurige Welt.
    Ich Dampfe auch und habe 3 Kids.Meine Dampfutensilien sind ausser reichweite der Kinder.Jetzt mal ganz ehrlich..
    IST ES NICHT SCH……SSEGAL wie der Liquids verpackt sind???
    Wenn es euch so stört dann schmeisst die Verpackung in den Müll und gut is.
    Ich frag mich nur wie ich so alt werden konnte.Ich fuhr ohne ganzkörperschutzanzug Fahrrad,Ski,Skateboard usw..
    Ich trank Wasser vom Brunnen….In der heutigen Zeit sind wir Menschen leider viel zu ANGESCHISSEN.
    UIUI das ist bunt das wollen meine Kids dann auch Probieren.Da liegt die aufgabe bei den Eltern den Kindern das zu erklären das es nichts für sie ist.
    Was ist mit der Meister Propperflasche?? Schön Gelb,darauf ein „Muskulöser“ Mann zu sehn. HHMMM können sich da die Kids denken;Wenn ich das Trinke schau ich so aus wie der am Bild…..!!!!!
    Seifenblasen…. Schöne Bunte Palstikrolle mit bunten dinger drauf.Dürfen sie damit nicht spielen??Könntens ja trinken..

    Regt euch über Dinge auf bei denen es Wert ist aber nicht bei sowas….!!!

  2. Marcel

    Dann müsste jegliches Produkt neutral gestaltet werden. Sprich Waschmittel, Reiniger, Alkohol wie klopfer usw . Und die Aufzählung ist nicht gerade harmloser .wurden diese Hersteller auch auf ihre kinderanziehende Verpackung angeschrieben ? 😉 Also bitte – man kann auch aus einer Mücke einen Elefanten machen .
    Hat man Kinder, hat man Verantwortung, und bewahrt so Sachen sicher auf . Egal ob nun liquids , reiniger oder andere „fröhlich bedruckte“ Verpackungen mit gesundheitsschädlichem Inhalt .

  3. Thorsten Garske

    Sabine, wieso is der Hersteller mit seinem Design denn daran Schuld, wenn deine Kinder an das Zeugs kommen?
    Ich habe auch Kinder, und wirklich ALLE Dampfutensilien sind außer der Reichweite meiner Kleinen!
    Ich kann niemandem die Schuld geben wenn er Flaschen für Kinder interessant macht, letztenendes liegt es in MEINER Verantwortung die Flaschen zu sichern!
    Weichspüler, Allesreiniger, Spülmittel etc haben alle interessante Farben die die Kinder anziehen.
    Früher wurden die Kippen und Feuerzeuge auch hoch gelegt wo die Kleinen nicht dran kommen. Warum denn jetzt anders handeln?

  4. Harald

    Der Vergleich mit den Schnappsfläschen ist nicht korrekt. Komme gerade aus vom Getränkehandel und habe mir das Sortiment ausführlicher angesehen. Die Flaschen sind farbenfroh aber Motive die die Fantasie von Kindern anregen konnte ich dabei nicht entdecken. Ist auch einfach zu überprüfen. In der Google Bildersuche einfach mal Whiskey oder Wodka eingeben. Flavourtech ist einfach über das beabsichtigte Ziel hinausgeschossen. Als verantwortungsvoller Hersteller sollte er dies einfach korrigieren

  5. Franz

    Ich finde die Verpackungen auch mit 43 Jahren sehr ansprechend und schön. Es gibt genug Schnapsfläschen welche genauso, oder um einiges bunter sind. Wenn ich ein Kind an einen Tisch setze, wo Nagellackentferner drauf steht, wird das Kind auch mit diesem spielen. Ich bin der Meinung ,dass man den Herstellern selbst überlassen sollte, wie die Produkte präsentiert werden.

  6. Sabine

    Ich habe auch 2 kleine Töchter und bin Dampferin. Diese liquids sind für mich tabu. was denkt sich der anbieter dabei!

  7. Johann

    Auch wenn die Argumentation des herstellers nachvollziehbar ist. Ich meine er sollte seine Verpackung ändern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.