US-Wirtschaft in Alarmbereitschaft: Geplante Hafengebühr sorgt für Unsicherheit

US-Wirtschaft in Alarmbereitschaft: Geplante Hafengebühr sorgt für Unsicherheit

Die von US-Präsident geplante Hafengebühr für Frachter mit Verbindungen zu China sorgt für Unruhe in der amerikanischen Exportwirtschaft. Besonders betroffen sind die Kohle-, Agrar- und Energiebranche, die bereits jetzt mit steigenden Transportkosten und eingeschränkter Verfügbarkeit von Schiffen kämpfen.

Handelspläne setzen Exporteure unter Druck

Die Diskussion über eine mögliche Hafengebühr für Schiffe, die in China gebaut wurden oder Teil einer Flotte mit solchen Schiffen sind, sorgt für erhebliche Bedenken bei US-Unternehmen. Die Maßnahme soll den heimischen Schiffbau fördern, könnte aber nach Ansicht vieler Wirtschaftsexperten den internationalen Handel der USA empfindlich treffen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die globale Schiffbauindustrie stark verändert. Während China heute über 50 Prozent der weltweiten Schiffbaustonnage kontrolliert, ist die Produktion in den USA drastisch zurückgegangen. Wurden dort in den 1970er-Jahren noch Dutzende Schiffe pro Jahr gebaut, sind es mittlerweile nur noch wenige.

Kohlebranche warnt vor drastischen Folgen

Besonders schwerwiegend könnten die Folgen für die US-Kohleindustrie sein. Branchenvertreter befürchten, dass die zusätzlichen Kosten durch die Hafengebühr amerikanische Kohle auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig machen. Einige Unternehmen haben bereits Schwierigkeiten, Seetransporte für ihre Produkte zu sichern.

In West Virginia bereiten sich Kohleminen darauf vor, Arbeitsplätze abzubauen, da unverkaufte Kohlevorräte zunehmen. Auch für internationale Abnehmer könnte dies weitreichende Konsequenzen haben – insbesondere für Länder wie Deutschland, das einen bedeutenden Teil seiner importierten Steinkohle aus den USA bezieht.

Energie- und Landwirtschaftssektor ebenfalls betroffen

Nicht nur die Kohlebranche, sondern auch andere Sektoren der US-Wirtschaft äußern erhebliche Bedenken. In der Energiebranche warnen Experten, dass eine Hafengebühr den Export von Öl, Flüssigerdgas (LNG) und Erdölprodukten erschweren könnte.

Die US-Landwirtschaft sieht sich ebenfalls vor neuen Herausforderungen. Farmer und Agrarunternehmen haben bereits mit den Auswirkungen internationaler Handelskonflikte zu kämpfen, insbesondere mit Gegenzöllen aus Kanada und Mexiko. Eine zusätzliche Hafengebühr könnte ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter beeinträchtigen.

Mehrere große Getreideexporteure berichten zudem, dass sie ab Mai keine Überseetransporte mehr buchen können. Angesichts eines jährlichen Exportvolumens von über 64 Milliarden US-Dollar für Agrarprodukte könnte dies gravierende wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Wirtschaftliche Folgen noch unklar

Ob die Hafengebühr tatsächlich eingeführt wird, bleibt abzuwarten. Während die Maßnahme darauf abzielt, den amerikanischen Schiffbau wiederzubeleben, befürchten viele Unternehmen negative Konsequenzen für die gesamte Exportwirtschaft.

Die kommenden Wochen könnten entscheidend dafür sein, ob die Pläne weiterverfolgt oder aufgrund des starken Widerstands aus der Wirtschaft überdacht werden.