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Babyboomer Renteneintritt: Was bis 2040 im deutschen Rentensystem passiert

Babyboomer Renteneintritt: Was bis 2040 im deutschen Rentensystem passiert

Sie wurden zwischen 1955 und 1965 geboren. Sie sind die geburtenstarken Jahrgänge — die Babyboomer. Und sie gehen jetzt in Rente. Nicht alle auf einmal, aber Jahrgang für Jahrgang, bis zum Ende der 2030er Jahre.

Was das bedeutet, lässt sich präzise beschreiben. Jeder Jahrgang der Babyboomer, der die Erwerbsseite verlässt, nimmt mehrere hunderttausend Beitragszahler aus dem System — und fügt gleichzeitig mehrere hunderttausend Rentenempfänger hinzu. Dieser Doppeleffekt trifft das umlagefinanzierte System mit arithmetischer Präzision.

Der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel sollte diesen Effekt abfedern — er wird durch das Rentenniveauschutzgesetz seit 2019 außer Kraft gesetzt. Das Rentenniveau wurde bis 2031 bei 48 Prozent gesichert. Die Kosten dieser Sicherung tragen die Beitragszahler: steigende Beitragssätze ab 2028.

Was kommt nach 2031? Diese Frage ist politisch nicht beantwortet. Der Rentenversicherungsbericht 2025 projiziert Beitragssätze von 21,2 Prozent Ende der 2030er Jahre. Das ist noch innerhalb der bekannten Planung. Was nach dem Renteneintritt der letzten Babyboomer-Jahrgänge geschieht — wenn die Empfängerseite maximal besetzt ist und die Beitragszahlerseite strukturell kleiner geworden ist — ist das eigentliche Problem.

Zuwanderung kann dämpfen, nicht lösen. Um das Verhältnis stabil zu halten, bräuchte es eine Nettozuwanderung von weit über 400.000 Personen jährlich — dauerhaft, qualifiziert, integriert. Die aktuelle Tendenz zeigt in die entgegengesetzte Richtung.

Die Zeitbombe tickt nicht. Sie detoniert in Zeitlupe — über 15 Jahre verteilt.