,

Fiskalischer Beitrag von Migranten: Was Studien wirklich sagen — Faktencheck

Fiskalischer Beitrag von Migranten: Was Studien wirklich sagen — Faktencheck
Anzeige

Die Debatte über Migration und Sozialstaat wird häufig mit Behauptungen geführt, selten mit Zahlen. Es gibt Zahlen. Sie sind differenzierter als beide Seiten es gerne hätten.

Die ZEW-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung (Holger Bonin, 2014) kommt zu einem klaren Befund: Ausländer tragen mehr zu öffentlichen Haushalten bei als sie an Transferleistungen empfangen. Der aggregierte Nettobeitrag ist positiv.

Anzeige

Der Wirtschaftsweise Martin Werding aktualisiert diese Perspektive: Bei einem jährlichen Zuwanderungssaldo von 200.000 Personen spart der Staat langfristig rund 104 Milliarden Euro im Jahr — durch höhere Einnahmen und geringere demografische Belastung der Sozialsysteme.

Gegenläufig argumentiert eine Studie der Stiftung Marktwirtschaft (2023): Migranten seien per Generationenbilanzierung ein Verlustgeschäft, weil sie im Schnitt niedrigere Einkommen haben als Deutsche. DIW-Präsident Marcel Fratzscher widerspricht methodisch scharf: Die Generationenbilanzierung setze Nullsummenlogik voraus, die für eine Volkswirtschaft nicht gilt. Eine Pflegekraft mit mittlerem Einkommen sei kein Verlustgeschäft — ohne sie gäbe es keine Pflege.

Der Konsens der Forschung lässt sich so zusammenfassen: Der fiskalische Nettobeitrag hängt entscheidend von Qualifikation und Arbeitsmarktintegration ab. Gut qualifizierte, beschäftigte Migranten entlasten das System. Geflüchtete mit langen Integrationshemmnissen belasten es kurzfristig. Langfristig ist Integration der entscheidende Faktor.

Anzeige
Aquaristik-Welt Shop

Mehr als 80 Prozent des Beschäftigungsaufbaus der letzten fünf Jahre geht laut DIW auf ausländische Arbeitskräfte zurück. Der Höchststand von 46,1 Millionen Beschäftigten wäre ohne Zuwanderung nicht erreichbar gewesen.

Migration ist kein Nullsummenspiel. Die Forschung ist da eindeutiger als die Politik.

Anzeige
Aquaristik-Welt Shop