Armutsquote 2025 — Jeder Sechste lebt unterhalb der Armutsgrenze
16,1 Prozent. Das ist der aktuelle Stand. Rund 13,3 Millionen Menschen in Deutschland hatten zuletzt ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze — weniger als 1.446 Euro netto pro Monat für eine alleinlebende Person.
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte diese Zahl im Februar 2026 auf Basis der aktuellen EU-SILC-Erhebung. Ein Jahr zuvor lag der Wert bei 15,5 Prozent. Der Anstieg von 0,6 Prozentpunkten entspricht rund 200.000 zusätzlichen Menschen in Armut.
Insgesamt sind 21,2 Prozent der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht — also mehr als jeder Fünfte. Das ist die umfassendere EU-Definition, die neben Einkommensarmut auch materielle Entbehrung und fehlende Erwerbsbeteiligung einschließt.
Wer ist betroffen? Die Zahlen zeigen klare Muster. Alleinstehende mit 30,9 Prozent, Alleinerziehende mit 28,7 Prozent, Arbeitslose mit 64,9 Prozent. Junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren: 24,8 Prozent — fast jeder Vierte in dieser Altersgruppe. Frauen ab 65 Jahren: 21,6 Prozent — eine von fünf.
Was die Statistik besonders beunruhigend macht: Die Armen werden real ärmer. Das mittlere Einkommen von Personen unterhalb der Armutsgrenze lag 2020 bei 981 Euro kaufkraftbereinigt — 2024 waren es noch 921 Euro. Nominale Anpassungen halten mit der Inflation nicht Schritt.
Gleichzeitig lässt der Schutz des Sozialstaats nach. 2021 konnte er die Armutsquote noch um 27,7 Prozentpunkte reduzieren. 2024 waren es nur noch 25,1 Prozentpunkte. Der Puffer wird dünner.
Auch die Erwerbsarmut bleibt ein Problem. Selbst wer arbeitet ist nicht automatisch geschützt: 6,5 Prozent der Erwerbstätigen gelten als armutsgefährdet. Bei Teilzeitbeschäftigten steigt dieser Wert auf 9,6 Prozent.
Armut in Deutschland ist kein Randphänomen. Sie ist strukturell verankert — und sie wächst.



