TACO Trump: Harte Hand gegen Mexiko, Schmusekurs mit Moskau
Trumps Ölembargo gegen Kuba trifft Mexiko und Venezuela hart – Russland darf einfach anlegen
Washington/Havanna – Donald Trump hat eine neue Lieblingswaffe: das Ölembargo gegen Kuba. Mit großem Getöse unterzeichnete er per Executive Order eine nationale Notstandserklärung und drohte jedem Land mit Zöllen, das die kommunistische Insel mit Öl versorgt. Mexiko knickte sofort ein, Venezuela sowieso – Mission erfüllt, Regime-Change per Tanker, der Meister des Deals triumphiert.
Dann legte ein russischer Öltanker mit 100.000 Tonnen Rohöl in Havanna an. Kein Zoll. Keine Drohung. Kein einziger Tweet.
Das ist TACO-Diplomatie in Reinform. TACO – „Trump Always Chickens Out“ – wurde ursprünglich von Financial Times-Kolumnist Robert Armstrong geprägt, um Trumps tragikomisches Muster in der Handelspolitik zu beschreiben: große Ankündigung, Marktpanik, dann lautloses Einknicken. Wall Street hat daraus inzwischen ein profitables Geschäftsmodell gebastelt: Aktien kaufen, wenn Trump brüllt – verkaufen, wenn er zurückrudert.
Beim Ölembargo gegen Kuba zeigt TACO eine neue, geopolitisch pikante Variante: Trump knickt selektiv ein. Lateinamerika bekommt die Zollkeule. Russland bekommt einen Freifahrtschein.
Besonders pikant: Der russische Tanker Anatoly Kolodkin hatte bei seiner Abfahrt „Atlantis, USA“ als Zielhafen angegeben – ein Scherz der Besatzung, der mehr über Trumps Embargo aussagt als jede Analyse. 730.000 Barrel Rohöl, geliefert nach Matanzas, Kuba. Ankunft: 30. März 2026. Trumps Reaktion auf der Air Force One? „Wenn ein Land gerade Öl nach Kuba schicken will, habe ich kein Problem damit – ob es Russland ist oder nicht.“
Trump ist der Schulhof-Rüpel, der kleineren Kindern die Pausenbrote klaut und dabei laut brüllt – bis ein Größerer um die Ecke kommt. Dann werden die Hände schnell in die Taschen gesteckt, der Blick geht woanders hin, und plötzlich war alles gar nicht so gemeint. Mexiko und Venezuela: Pausenbrot weg. Putin: Bitte, nach dir.
Die Monroe-Doktrin, die Trump so lautstark beschwört – Amerika für die Amerikaner, keine Einmischung fremder Mächte – gilt offenbar nicht, wenn die fremde Macht Moskau heißt. Kuba soll ausgehungert werden, aber nur von den falschen Öllieferanten. Der richtige darf anlegen, entladen und wieder ablegen – ganz ohne Konsequenzen.
Das politische Kalkül ist so durchsichtig wie ein leerer Öltank: Trump braucht Putin für sein Ukraine-Abkommen, für seinen Iran-Kurs, für sein Narrativ vom großen Dealmaker. Also gilt: Kuba-Blockade ja, aber bitte mit Kreml-Ausnahme.
Man stelle sich vor, ein mexikanischer Tanker hätte denselben Hafen angelaufen. Die Zoll-Tweets wären noch vor dem Anlegen online gewesen.
TACO Trump: Wer klein und schwach ist, bekommt den harten Kurs. Wer Atomwaffen hat und sich Putin nennt, bekommt die Hintertür. Das nennt er Verhandlungsgeschick. Der Rest der Welt nennt es, was es ist.










