Der K-Vape Dampfshop in Recklinghausen

Interview mit Lars Kohnen vom K-Vape Dampfshop

K-Vape DampfshopLiquid News: Erzählt doch erst mal ein wenig zu Euch: Seid wann gibt es Euren Online-Shop und das anschließend eröffnete Ladengeschäft in Recklinghausen, wie seid Ihr selbst zum Dampfen gekommen und wie ist daraus der Entschluss gereift, eine eigene Firma zu gründen?

Lars Kohnen: Ich bin durch meine Frau zum Dampfen gekommen. Sie hatte damals schon die eGo-T. Die habe ich dann mal mit zur Arbeit genommen. Das gefiel mir ganz gut und so entschlossen wir uns eine gute Weile später, uns ein neues Starter-Set zu besorgen. Dies stellte sich schnell als unzureichend dar und es musste geeigneter und besserer Ersatz her.

Das war damals noch die gute alte Vamo 2 mit einem Kanger Protank. Schnell kam dann mit dem Kayfun Lite ein Selbstwickler ins Haus. Durch den Kayfun Lite von SvoeMesto bin ich dann an einen Modder gelangt, der Parts für den Kayfun entwickelt und vertrieben hat – unter anderem die Nano Tanks und der Ghost Refill von modfactory.

Mit diesen Produkten machte ich einige Sammelbestellungen, bis dann seitens Paypal eine Rückfrage kam bezüglich des Geldwäschegesetzes, was mich dann dazu bewogen hat, ein Gewerbe anzumelden. Im Januar 2014 stand dann mit dem erteilten Gewerbeschein fest, einen Online Shop zu betreiben. Mit diesem starteten wir dann im Februar 2014. Unser nun dazu gehöriges Ladengeschäft haben wir am 16.01.2016 eröffnet.

Lars Kohnen vom K-Vape Dampfshop

Lars Kohnen

LN: Ihr habt das Offline-Geschäft zu einem Zeitpunkt aufgemacht, da die Risiken durch das TPD schon bekannt waren- wie kam es denn zu diesem „anti-zyklischen“ Entschluss? Habt Ihr das Gefühl, für Einzelhändler war es zu diesem Zeitpunkt wirklich riskanter, sich niederzulassen, als etwa noch vor ein paar Jahren?

LK: Der Entschluss, auch ein Ladengeschäft zu eröffnen, fiel eigentlich recht kurzfristig. Ich hatte schon länger über eine Geschäftseröffnung nachgedacht, aber es fehlte einfach die Überzeugung bei meiner Frau. Im November 2015 fuhr ich von meiner damaligen Arbeit nach Hause und sah unseren heutigen Shop plötzlich leer geräumt. Ich ging zur Ladenbesitzerin nebenan und die sagte mir, dass der Vormieter zum Ende des Jahres auszieht. Ich schaute mir dann alles an und stellte den Kontakt mit dem Vermieter her. Anschließend suchte ich das Gespräch mit meiner Frau und erhielt dort grünes Licht. Als dann auch der Vermieter zustimmte, begannen auch schon bald die Umbauarbeiten.

Na ja, ob es jetzt unbedingt ein Risiko nur wegen der TPD ist, ein Ladengeschäft zu eröffnen, kann ich nicht so ganz bestätigen, denn in jeder Branche ist solch ein Schritt immer mit einem gewissen Risiko behaftet 😉

LN: Mit der K-Boom Serie seid Ihr ja auch mit einer Liquid- und Aromen Eigenmarke auf dem Markt. Wie ist es dazu gekommen? Wer ist bei Euch der kreative Kopf hinter den Geschmacks-Kompositionen? Wie lange dauert so ein kreativer Prozess von der Idee bis zum fertigen Produkt?

LK: Zu K-Boom kam es eigentlich durch meine Beobachtung unserer Handelspartner und deren Arbeit. Für mich war schnell klar: Ich möchte auch gerne ein eigenes Produkt haben. Also bestellte ich zunächst mal Grundaromen. Nach ersten Tests waren es dann einige wenige Single-Aromen, die wir damals als K-Vape Flavors angeboten haben. Leider kamen diese, bis auf zwei der noch heute bestehenden Aromen, nicht all zu gut an. Mir war dann klar, dass Mischaromen einfach eher gefragt sind und dass man vielleicht auch darauf hinarbeiten sollte, so etwas zu kreieren.

Ganz zu Anfang wurden sie zum Teil noch für uns kreiert. Heute komponieren wir die Mischungen selber gemeinsam mit unserem Abfüllbetrieb Culami; wirklich alle Sorten stammen aus unserer eigenen Feder.

Ein neuer Flavor beginnt meist mit einem Besuch im Labor. Klar, das dauert immer länger, da werden dann Ideen besprochen, zum Teil schon angemischt und in kleinen Mengen probiert. Manchmal stehen die Rezepte auch schon recht schnell und gehen dann in Auftrag. Das fertige Produkt steht danach meist schnell zur Verfügung, sofern die Abfüllstraße die Kapazität hergibt.

LN: Als ich mich mit Nutzern Eurer Aromen unterhalten habe, fiel interessanterweise immer wieder das Urteil „toller Geruch“…sprich, Eure Aromen scheinen nicht nur gut zu schmecken, sondern auch ein harmonisches Raumaroma zu bieten – nicht ganz unwichtig für Dampfer, die mit nicht dampfenden Partnern zusammenleben. Ganz im Ernst, ist das ein Aspekt, den ihr berücksichtigt oder handelt es sich einfach nur um einen natürlichen Nebenaspekt harmonisch gemischter Aromen-Kompositionen?

Ladenlokal K-Vape Dampfshop

LK: Sicherlich freuen wir uns immer sehr darüber, solche positiven Aussagen mitgeteilt zu bekommen. Es ist immer ein großer Erfolg, wenn das Aroma auch schon bei der Duftprobe ankommt; allerdings ist das nicht mit jedem Aroma realisierbar. Es kam auch schon vor, dass uns als Feedback zu einem Aroma gesagt wurde, dass es nach Klebstoff riecht, aber dafür sehr lecker schmeckt! Ausschlaggebend sind eben immer die verwendeten Komponenten, die miteinander gepaart werden. Aber uns ist bewusst, dass schon durch die Aufnahme des Geruchs die erste Vorfreude des Nutzers entsteht, dieses Aroma nach dem Anmischen probieren zu können.

LN: Wo lasst Ihr produzieren und welches Qualitätsmanagement sorgt für die notwendige Produktsicherheit? Ihr habt ja gerade von amerikanischen komplett auf deutsche Zutaten umgestellt. Was hat diesen Schritt motiviert – und seid Ihr zufrieden mit der Entscheidung?

LK: Wie schon bereits erwähnt, ist unser Abfüllbetrieb die Firma Culami GmbH & Co.KG. Dort wird sich zuverlässig und nachvollziehbar um alles gekümmert, um ein sicheres und sauberes Produkt bieten zu können. Die erwähnte Umstellung ist soweit eigentlich bereits erfolgt, jedoch sind noch die letzten amerikanischen Zutaten ab zu produzieren. Dies wird aber nicht mehr all zu lange dauern; dann kommen alle Aromen aus deutscher Herkunft.

Der größte, rechtliche Aspekt der Umstellung war eigentlich die TPD2, in der ja viele Inhaltsstoffe auf einer Verbotsliste aufgenommen worden sind. Außerdem ist uns hinsichtlich Kundenzufriedenheit aufgefallen, dass unsere Nutzer nur sehr ungern mit Aromen mischen, die hoch zu dosieren sind.

So haben Culami und wir beschlossen, unsere Aromen umzustellen, und diese als hochkonzentrierte Aromen anzubieten. Die höchste Dosierung unserer Sorten lag bei 15-20% beim K-Splash (welches es mittlerweile mit einer Dosierung von 4-7% gibt). In Zukunft wird es sich bei uns in einem Bereich von 2-9% bewegen.

LN: Habt Ihr, was die Aromen angeht, Mischtipps für Anfänger? Wie kommt die Dosierempfehlung zustande, die jedem Aroma beigefügt ist – und was hat es mit der Reifezeit auf sich, die bei Euch ja auch von Produkt zu Produkt variiert?

LK: Anfängern würde ich raten, bei einem 10ml Liquid als Endergebnis immer mit der kleinsten Dosierempfehlung zu beginnen – denn nach dosieren kann man immer noch (vorsichtig!).
Meist haben Anfänger Verdampfer mit fertigen Verdampferköpfen, die schon sofort nach dem einsetzen startklar sind. Dort empfehlen wir zu Beginn ein 50/50 PG(Propylenglycol)/ VG(pflanzliches Glycerin) Basisliquid zum Anmischen zu verwenden, um keine Nachfluss- Probleme zu bekommen.

Die Dosierung kommt beim Kreieren der einzelnen Zutaten zustande und die Reifezeit hängt immer von den verwendeten Zutaten ab. Erfahrungsgemäß macht es zum Beispiel bei Aromen mit Kuchen und Vanille Sinn, etwas länger zu warten – aber auch so manch andere Sorten schmecken nach dem Anmischen ebenfalls besser, wenn sie länger gestanden haben.

LN: Habt Ihr in den letzten Monaten eine Veränderung im Kaufverhalten der Kunden festgestellt, wenn es um Aromen geht? Schließlich muss jeder mit Wunsch nach einem stärkeren Liquid ja nun zum selber Mixen greifen…

LK: Tatsächlich haben wir diese Änderung sehr stark bemerkt und dahingehend auch bewusst mit Culami die entsprechende Umstellung der Sorten in die Wege geleitet.

LN: Ihr habt vor nicht allzu langer Zeit zugunsten einer Charity-Aktion das Special-Aroma EMMA entwickelt, das auch jetzt nach Ende der Aktion noch im Angebot ist (ein leckerer Zitronenkuchen-Geschmack). Ich fand die Aktion beeindruckend: Ihr habt Eure Kompetenz genutzt, zusammen mit einem anderen Hersteller im eigenen Umfeld etwas ganz konkret Gutes zu tun. Erzählt doch mal, wie es dazu kam, was das Ergebnis war und ob Ihr Euch vorstellen könntet, so etwas nochmal durchzuziehen.

L-KohnenLK: Zu dieser gemeinsamen Aktion kam es, als ich wieder einmal zum Labor gefahren bin, um dort etwas abzugeben. Dort saßen dann Manuel, auch bekannt als Nebelfee (und der eigentliche Kopf der Aktion), und Sven Uecker von Smoking Bull. Wir saßen eine kurze Weile zusammen und beim Probieren dieser Sorte haben wir eigentlich recht schnell beschlossen, damit die schon bestehende Idee vom Manuell zu unterstützen und eine gemeinsame Sache daraus zu machen.

Wir könnten uns grundsätzlich gut vorstellen, noch ähnliche Aktionen mit einem anderen Hersteller oder auch wieder mit Smoking Bull durchzuziehen. In welcher Form das passieren kann, muss man immer im Einzelfall entscheiden; bei so was müssen ja auch immer rechtliche Seite mit berücksichtigt werden.

LN: Noch ein paar Worte zur Hardware: Ihr legt bei Eurem Angebot großen Wert auf den ganzen DIY-Bereich und auf hochwertige Komponenten. Wie sucht Ihr hier Hersteller und Marken aus?

LK: Wir legen vor allem großen Wert auf die Originalität der Produkte. Bei uns sind nicht nur hochwertige Produkte zu bekommen; wir bieten immer auch Geräte für Einsteiger an. In unserem Online Shop haben wir momentan immer nur einen kleinen Teil unserer Auswahl im Angebot. Das werden wir noch weiter ausbauen und kontinuierlich mehr Produkte online stellen, sobald es der zeitliche Rahmen zu lässt.

LN: Was hat sich seit der Einführung der Tabakproduktdirektive für Euch ganz persönlich geändert? Die meisten Menschen können sich ja nicht vorstellen, inwieweit die neuen Regulierungen in die Struktur eines kleinen bis mittelständischen Betriebes eingreifen – gerade wenn dieser online aufgestellt ist. Wie war da der genaue Handlungsbedarf – und seht Ihr schon Veränderungen?

LK: Hier muss ich ehrlich gestehen, dass sich bis auf die Umstellung der Aromen für uns bisher gar nichts verändert hat. Die Kunden fragen natürlich oft, wie es dann in Zukunft aussieht, und wir beantworten die Fragen auch soweit es unser derzeitiger Wissensstand zulässt.

LN: Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass Kunden immer wieder Euren Service und die Beratungskompetenz erwähnen. Ist Euch denn in den letzten Monaten verstärkt untergekommen, dass vor allem neue Dampfer auch hinsichtlich TPD-Umsetzung oder Jugendschutzgesetz verunsichert sind und Beratung wünschen?

LK: Das stimmt, es freut uns sehr, dass wir in dieser Hinsicht von Kundenseite so eine gute Resonanz bekommen. Viele neue Dampfer kennen die Umsetzung der TPD gar nicht und sprechen uns darüber hinaus aber darauf an, was sie so in den Medien hören und im Internet gelesen haben. Daraus folgt immer ein längeres Gespräch. Das Jugendschutzgesetz binden wir dann meist im Gespräch mit ein – von den Umsteigern selbst kommen diesbezüglich aber seltener Fragen.

LN: Habt Ihr das Gefühl, dass es in Deutschland genug Plattformen und Verbände gibt, um die Interessen des E-Zigarettenhandels in diesen Zeiten auch politisch zu vertreten und zu unterstützen? Seid Ihr in dieser Hinsicht involviert oder könntet es Euch vorstellen?

LK: Wie viele Plattformen in Deutschland genau existieren, ist mir nicht bekannt – dass es sie gibt, aber schon. An Verbänden gibt es ja den VdeH, die IG-ED und das BfTG, dem auch wir angeschlossen sind. Ich denke aber auch, dass in schwierigen Zeiten nie genug Plattformen und Verbände geben kann, um die Interessen von Dampfern zu vertreten.

LN: Wo seht Ihr Eure persönliche unternehmerische Zukunft – und die des Dampfens in Deutschland insgesamt? Eher im online- oder offline Geschäft? Habt Ihr je darüber nachgedacht, auch an anderen Standorten Geschäfte aufzumachen?

K-Vape Dampfshop auf der MesseLK: Wir würden uns sehr freuen, auch in Zukunft unsere Produkte anbieten zu können, so lange es das Gesetz auch zulässt. Eigentlich aber sollte man meinen, dass die E-Zigarette nicht mehr zu stoppen ist. Aus unserer heutigen Sicht muss ich sagen, dass die Kunden lieber ins Geschäft vor Ort gehen als eine Bestellung im Online Shop zu tätigen, um eventuell noch das ein oder andere Gespräch zu führen, sich persönlich mit anderen Dampfern auszutauschen und auf Produkte zu stoßen, die sie so woanders noch nicht gefunden haben. Ein weiterer Standort steht aktuell außer Frage.Wir konzentrieren uns voll auf unser jetziges Geschäft, das wir aktuell gerade umstrukturieren und fast fertig gestellt haben.

LN: Was sind Eure persönlichen Lieblingsaromen und Liquids – und was würdet Ihr Einsteigern empfehlen?

LK: Mein persönliches Lieblingsliquid ist aktuell das Citrus Boombon, das Boom Tide und das Granat Shock. Mario, mein Mitarbeiter, hat sein Lieblingsliquid aktuell beim Remake gefunden.

Eine generelle Empfehlung an Kunden auszusprechen, ist meist schwierig – und meiner Meinung nach auch nicht richtig, da jeder ja grundlegend einen anderen Geschmack hat. Die Kunden können bei uns vor Ort aber fast alle Sorten probieren, um dann ihre Entscheidung zu treffen.

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