„Trump-Effekt“ bremst Tourismus: Reisende weichen auf Kanada aus
Washington / Ottawa, März 2025 – Die politische Präsenz von Donald Trump wirkt weit über die Parteigrenzen hinaus – und erreicht nun auch den globalen Tourismussektor. Mit der Rückkehr Trumps auf die politische Bühne spitzt sich eine Entwicklung erneut zu, die Experten bereits aus seiner ersten Amtszeit kennen: den sogenannten „Trump-Effekt“ – oder international auch als „Trump Slump“ bezeichnet.
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Während sich die weltweite Reisebranche nach den Pandemiejahren erholt, zeigt sich ausgerechnet bei den USA eine Delle: Laut aktuellen Zahlen reisten im Februar 2025 rund 8,5 % weniger deutsche Touristinnen und Touristen in die Vereinigten Staaten als im Vorjahr. Beobachter machen dafür nicht nur wirtschaftliche, sondern vor allem politische Gründe verantwortlich.
„Die USA gelten unter Trump für viele wieder als unberechenbar. Das beeinflusst das Sicherheitsgefühl und damit auch die Urlaubsentscheidung,“ sagt Tourismusexperte Prof. Rainer Hellwig von der Universität München.
Stattdessen erleben Nachbarländer wie Kanada einen Aufschwung. Britische Reiseveranstalter berichten von einem Zuwachs an Kanada-Buchungen um rund 10 %. Gründe dafür sind unter anderem der schwächere kanadische Dollar, geringere Reisekosten – und ein insgesamt weltoffeneres Image.
„Viele empfinden Kanada als freundlicher, sicherer und kulturell entspannter“, heißt es in einem Bericht der britischen Zeitung The Times.
Der „Trump-Effekt im Tourismus“ – kurz T.E.T. – beschreibt dieses Phänomen: Politische Unsicherheit in einem Reiseland führt zu konkreten Auswirkungen auf internationale Buchungszahlen. Während konservative Reisende weiter die USA bereisen, setzen andere bewusst ein Zeichen – mit dem Koffer.
Branchenvertreter schauen nun gespannt auf den weiteren Verlauf des Wahljahres 2024 in den USA. Sollte Trump erneut ins Weiße Haus einziehen, könnte sich der T.E.T. fest im Vokabular der Tourismusbranche etablieren – als politisch motivierter Reise-Trend des 21. Jahrhunderts.