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CO2-Preis 2027 bis 2045: Bis zu 300 Euro pro Tonne — was das für Heizkosten bedeutet

CO2-Preis 2027 bis 2045: Bis zu 300 Euro pro Tonne — was das für Heizkosten bedeutet

55 Euro pro Tonne CO2 — so lautete der Preis 2025. Ab 2027 gilt ein anderes Regime: Der CO2-Preis wird vollständig marktabhängig im europäischen Emissionshandel. Experten rechnen mit einem Anstieg auf über 300 Euro pro Tonne bis 2045. Das ist kein Extremszenario. Das ist die Mittellinie der verfügbaren Projektionen.

Was bedeutet das konkret? Für ein Einfamilienhaus mit Gasheizung und einem Jahresverbrauch von 23.000 kWh stiegen die Mehrkosten durch die CO2-Bepreisung von 2021 bis 2025 schrittweise. Bei 300 Euro pro Tonne wären es mehrere tausend Euro jährlich — zusätzlich zum Gaspreis selbst.

Wer eine Wärmepumpe hat oder auf erneuerbare Energien umgestellt hat, ist weniger betroffen. Aber der Umstieg kostet: Eine Wärmepumpenanlage für ein Einfamilienhaus liegt je nach Typ zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Für einkommensschwache Haushalte ist das keine Option — sie tragen die CO2-Kosten ohne Ausweichmöglichkeit.

Das ist das strukturelle Verteilungsproblem der CO2-Bepreisung: Sie belastet überproportional Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen, die nicht die Kapitalreserven haben um in Alternativen zu investieren. Entlastungsmaßnahmen wie der Klimageld-Ansatz wurden bisher nicht umgesetzt.

Hinzu kommt der Basiseffekt: Steigende Energiepreise wirken nicht nur direkt auf Heiz- und Stromkosten. Sie erhöhen auch die Produktionskosten aller anderen Güter und Dienstleistungen — Lebensmittel, Transport, Handwerk, Pflege. Die CO2-Bepreisung ist deshalb ein Inflationstreiber mit langer Wirkungskette.

Der CO2-Preis ist das richtige Instrument für Klimapolitik. Aber ohne soziale Flankierung trifft er die Falschen am härtesten.