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EU-Wanderungssaldo negativ 2024: Deutschland verliert Arbeitskräfte an EU-Nachbarn

EU-Wanderungssaldo negativ 2024: Deutschland verliert Arbeitskräfte an EU-Nachbarn
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2024 zogen erstmals seit 2008 mehr Menschen aus Deutschland in EU-Staaten fort als von dort zuzogen. Der Wanderungssaldo mit der EU betrug minus 34.000 Personen. Das klingt nach einer Statistik. Es ist ein Signal.

Die konkreten Verluste: Gegenüber Polen verschlechterte sich der Saldo von plus 15.000 auf minus 11.000. Gegenüber Bulgarien von plus 1.000 auf minus 11.000. Gegenüber Rumänien von plus 16.000 auf minus 5.000. Weniger Menschen kommen — und etwas mehr gehen.

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EU-Bürger haben das Recht, sich frei in der Union zu bewegen. Wer aus Polen, Rumänien oder Bulgarien nach Deutschland kommt, kommt freiwillig — weil Deutschland attraktiv erscheint. Wer geht, geht ebenfalls freiwillig. Der negative Saldo sagt: Deutschland gewinnt den internen EU-Wettbewerb um Arbeitskräfte gerade nicht.

Der Trend beschleunigt sich. In den ersten neun Monaten 2025 kamen 13,3 Prozent weniger Menschen nach Deutschland als im Vorjahreszeitraum. Die Fortzüge sanken nur um 1,8 Prozent. Die Schere öffnet sich.

Der Gesamtwanderungsüberschuss sank von 663.000 (2023) auf 430.000 (2024) auf schätzungsweise 222.000 (2025). Das ist eine Halbierung in zwei Jahren.

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Die Ursachen sind vielfältig: wirtschaftliche Schwäche, Bürokratie, Sprachbarrieren. Aber auch das gesellschaftliche Klima spielt eine messbare Rolle. In der weltweiten Gallup-Befragung zu Migrationsabsichten fiel Deutschland als Wunschziel 2024 deutlich zurück. Potenzielle Migranten nehmen Stimmung und politische Signale sehr sensibel wahr — das stellt das IAB-Institut fest.

Deutschland verliert den Wettbewerb um Arbeitskräfte. Das ist keine Vermutung. Das sind die Zahlen von Destatis und BAMF.

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