EnBW startet Bau des größten Offshore-Windparks Deutschlands

EnBW startet Bau des größten Offshore-Windparks Deutschlands
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Stärkste Windturbinen im Einsatz

Der Energieversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat den Bau seines neuen Offshore-Windparks „He Dreiht“ begonnen. Der Windpark, der etwa 85 Kilometer nordwestlich von Borkum in der Nordsee liegt, wird aus 64 Windturbinen bestehen und eine Gesamtleistung von 960 Megawatt erbringen. Damit wird „He Dreiht“ der leistungsstärkste Windpark in der deutschen Nordsee sein und Ende 2025 in Betrieb gehen. Das Projekt, das rund 2,4 Milliarden Euro kostet, soll rechnerisch Strom für 1,1 Millionen Haushalte liefern.

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Strategische Investitionen und Partnerschaften

EnBW hält 51 Prozent der Anteile an „He Dreiht“, während ein Konsortium aus Allianz Capital Partners, AIP und Norges Bank Investment Management die restlichen Anteile besitzt. Georg Stamatelopoulos, Vorstandsvorsitzender von EnBW, betont, dass das Unternehmen bis 2030 insgesamt 40 Milliarden Euro in die Energiewende investieren will. Allein 13 Milliarden Euro sind für den Bau von Wind- und Solarparks sowie flexiblen und wasserstofffähigen Gaskraftwerken vorgesehen. Das Ziel von EnBW ist es, bis 2035 klimaneutral zu sein, wobei der Offshore-Windpark „He Dreiht“ einen wesentlichen Beitrag dazu leisten soll.

Innovative Technik und Logistik

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Der Windpark „He Dreiht“ markiert den Beginn der zweiten großen Phase des Offshore-Ausbaus in Deutschland. Bisher sind in der Nord- und Ostsee rund 1.600 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 8,6 Gigawatt installiert. Bis 2030 soll diese Leistung auf 30 Gigawatt ansteigen. Dieses ehrgeizige Ziel wird von vielen Experten bezweifelt, da es an Kapazitäten und Fachkräften mangelt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten alle drei Monate Windparks in der Größenordnung von „He Dreiht“ ans Netz gehen.

Einsatz neuer Windturbinen und ausgefeilter Logistik

Erstmals kommt bei „He Dreiht“ ein neuer Windturbinentyp des Herstellers Vestas zum Einsatz. Diese Turbinen haben einen Rotordurchmesser von 236 Metern und eine Leistung von 15 Megawatt. Dank dieser leistungsstarken Maschinen kann die benötigte Fläche für Windparks reduziert werden. Der Einsatz dieser modernen Technik ist notwendig, um die Installations- und Betriebskosten zu senken.

Die Logistik für den Bau von „He Dreiht“ ist ebenfalls hochentwickelt. Für die Installation der 70 Meter langen, 1.350 Tonnen schweren Monopile-Fundamente wird das Spezialschiff „Thialf“ eingesetzt. Insgesamt sind 60 Schiffe und bis zu 500 Personen an der Installation beteiligt. Solche Projekte erfordern präzise Planung, da Wetterbedingungen wie Stürme die Bauarbeiten stark beeinflussen können.

Kommerzielle Innovationen und Marktstrategien

Auch auf der kommerziellen Seite bringt „He Dreiht“ Neuerungen. 2017 gewann EnBW die Ausschreibung für den Windpark ohne Förderung durch Einspeisevergütungen. Dies wurde damals kritisiert, hat sich jedoch als realistisch herausgestellt. Die finale Investitionsentscheidung fiel im März 2023. Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei EnBW, betont, dass technologische Fortschritte genau wie geplant eingetreten sind.

Mehr als die Hälfte der Stromerzeugung aus „He Dreiht“ ist bereits durch sogenannte Power Purchase Agreements (PPA) an Unternehmen wie die Deutsche Bahn, Bosch und Evonik verkauft. Ein Teil der Stromproduktion wird jedoch für die freie Vermarktung zurückgehalten. Die Planungen und die kommerzielle Steuerung des Windparks werden von Hamburg aus koordiniert, der technische Betrieb erfolgt von Emden aus. Die Fundamente und Windturbinen werden über den Terminal des Hamburger Hafenlogistik-Unternehmens BUSS Group im niederländischen Eemshaven angeliefert.

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