Zigarettenpause

Kostenfaktor Zigarettenpause

Seit in keinem Unternehmen mehr am Arbeitsplatz geraucht werden darf, ist die Zigarettenpause während der ArbeitssRaucherpausetunden zur Selbstverständlichkeit geworden. Psychologen sehen in ihr sogar einen essenziellen Grund, weiterhin zu paffen – erlaubt sie doch genau die paar Minuten pro Stunde, um den Kopf frei zu kriegen, die sowieso als Arbeitsunterbrechung zu empfehlen wären.Betriebswirtschaftlich betrachtet jedoch ist die Zigarettenpause auf den ersten Blick geradezu eine Katastrophe. Dies macht eine soeben erschienene Studie der Ohio State University wieder einmal deutlich. Nach deren Ergebnissen kosten rauchende Arbeitnehmer ihre Unternehmen im Jahr etwa 4.500 EUR (oder etwas unter 6.000 US $). Diese Summe errechnet sich allerdings aus einer Vielzahl an Parametern – nicht nur den durch die Pausenzeiten „verschenkte“ Arbeitszeit. Verglichen wurden dabei noch nie geraucht habenden Angestellte mit aktiven Rauchern.Natürlich werden derartige Aussagen natürlich häufig getroffen. Meist jedoch beziehen sie sich auch in Deutschland auf die Kosten, die der Volkswirtschaft als Ganzes durch jeden einzelnen Raucher entstehen. Die Universität behauptet nun, den ersten ganzheitlichen Blick auf die tatsächlich entstehenden Kosten für Unternehmen geworfen zu haben. Dafür haben die Wissenschaftler keine eigenen Umfragen durchgeführt, sondern bestehende Ergebnisse zu den einzelnen Faktoren wie Fehltagen, allgemein verminderter Produktivität, Rauchpausen und zusätzlichen Gesundheitsausgaben zusammengerechnet und ausgewertet.

Im Ergebnis kosteten Raucher ihre Arbeitgeber zwischen $2.885 bis $10.125 mehr, was zu einem Durchschnittswert von $5.816 führte. Dabei waren die Rauchpausen aber tatsächlich der finanziell gravierendste Faktor, gefolgt von Gesundheitsausgaben, die die Versicherungsausgaben für Nichtraucher überstiegen. Im Einzelnen kosteten Abwesenheiten durchschnittlich $517 pro Jahr; nachlassende Arbeitsleistung aufgrund von Nikotinabhängigkeit $462: Raucherpausen $3.077; und extra Versicherungskosten $2.056.

Ziel der Studie war, Unternehmen bei der Planung Ihrer (Anti-)Rauchvorschriften mit Datenmaterial zu unterstützen. Der verantwortliche Wissenschaftler, Assistenzprofessor Micah Berman, richtete den Ansatz speziell so aus, dass die Ergebnisse sich von der individuellen Budgetplanung der Unternehmen berücksichtigen lassen. Aus diesem Grund wurden auch alle ethischen oder persönlichkeitsrechtlichen Erwägungen außen vorgelassen. Es ging tatsächlich rein um die ökonomischen Nachteile.

In den USA nimmt die Anzahl der Arbeitgeber zu, die Raucher schlicht aufgrund der auf sie möglicherweise zukommenden Kosten nicht einstellen. Gleichzeitig beginnen diese Unternehmen aber auch damit, ihren Arbeitnehmern bei der Suchtbekämpfung zu helfen; etwa indem sie entsprechende Programme finanzieren. Berman sagte dazu, dass Arbeitgeber sich darüber im klaren sein müssen, wie schwer Rauchern das Aufgeben fällt und wie viel Unterstützung dazu nötig sei. Es ginge dabei natürlich nicht nur um die Kosten – aber eben auch.

Ganz übertragen lassen sich diese Zahlen natürlich nicht auf andere Länder wie Deutschland, schon weil hier die arbeitsrechtliche und versicherungstechnische Situation eine ganz andere ist. Die mit dem Rauchen gekoppelte Sterberate von eins zu fünf ist aber etwa die gleiche – und die Auswirkungen von verbranntem Nikotin auf den individuellen Organismus natürlich auch. Berman selbst sieht nur einen wirklichen Ausweg: Ein komplettes Tabakverbot im ganzen Unternehmen – einschließlich der Pausenzeiten, die nicht mehr unter die Arbeitszeit fallen sollten.

Urteil: Auch kurze Pausen von der Arbeitszeit abziehen

Das Arbeitsgericht Frankfurt hat im Prozess zwischen einer Gärtnerin und einem Gartenbaubetrieb entschieden das auch kurze Zigarettenpausen von weniger als 5 Minuten von der Arbeitszeit abziehbar sind und vom Arbeitnehmer mit der Stechuhr „abgestochen“ werden müssen. Hält sich der Arbeitnehmer nicht daran so droht ihm die Kündigung wegen Betruges.

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