Prohibition

Prohibition

Prohibition und die Bevormundung der EU Bürger

Daran besteht kein Zweifel: Rauchen ist ungesund. Das Rauchen muss eingeschränkt, gebrandmarkt, verboten werden. Dieser Beschluss wurde nach hitzigen Debatten durch das EU Parlament gefasst – eine europaweite Verordnung von gesundem Menschenverstand per Richtlinie. So manchen EU Bürger beschleichen da Gefühle von Missmut und Unbehagen. Nicht wegen des Inhalts an sich – immerhin enden 700.000 Menschenleben jährlich durch die Folgen des Rauchens. Gefühlt rüttelt dieses Verordnen von Wohlverhalten durch Brüssel jedoch heftig an der Selbstbestimmtheit der Bürger der EU und stellt einen eklatanten Eingriff in die Privatsphäre dar. Längst wird mehr als die Größe der Äpfel und Gurken durch Regelungen des EU Parlamentes bestimmt. Der Durchgriff europolitischer Entscheidungen, die sich in der Gesetzgebung der Mitgliedsländer fortsetzt, macht – wie im Falle der Tabakrichtlinie – vor dem Privatleben der EU Bürger nicht Halt. Es muss, nicht nur dem Raucher, erlaubt sein, diese Bevormundung kritisch zu sehen.

Sachliche Inhalte

90 % der Tabakprodukte sind von den neuen Vorschriften betroffen. 65 % der Packungen von klassischen Zigaretten, Wasserpfeifentabak, Zigarettenfeinschnitt, Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak werden von nun an mit Warnhinweisen und abschreckenden Fotos von geschädigten Organen bedeckt, obwohl die psychologische Wirkung dieser Maßnahmen auch in Fachkreisen umstritten ist. Der Zusatz von Aromastoffen, wie Menthol oder Schokolade, werden verboten. Von der ursprünglich proklamierten Einordnung von E-Zigaretten als Arznei und der ausschließlichen Abgabe durch die Apotheken ist Brüssel in der Debatte wieder abgerückt. Künftig müssen jedoch die Inhaltsstoffe der Flüssigkeiten für E-Zigarretten deklariert werden. Was auch richtig ist. Es gibt doch etliche „Hersteller“ die glauben weil sie die Bestandteile eines eLiquids kennen, sind sie auch in der Lage diese selbst herzustellen. Des öfteren fehlt hier dann doch das Know How über chemische Verbindung und deren Wirkung auf den Körper. Die Entscheidung über die Art des Vertriebes bleibt lt. Brüssel nun den Mitgliedsländern überlassen. Für Menthol-Zigaretten gilt eine Übergangsfrist von 4 Jahren – es wird sie also voraussichtlich ab 2020 nicht mehr geben.

Dekret versus Selbstverantwortung?

Was ist Menschen im Laufe der Zeiten schon alles verboten worden: der Konsum von Alkohol, die Prostitution, der Besitz von Gold und das Fluchen, außerehelicher Beischlaf und der Genuss von Absinth. Eines hatten all diese Verbote gemeinsam: eine begrenzte Halbwertzeit. Ganze 13 Jahre überdauerte die Prohibition des Alkohols in den USA und sie hatte keine positiven Langzeitauswirkungen auf das menschliche Verhalten, denn der Mensch ist nun mal so gestrickt, dass Veränderungen mit nachhaltiger Wirkung sich nur von innen nach außen entfalten. Ist keine Einsicht vorhanden, bleibt äußerer Druck nur Makulatur. Die Entscheidung pro oder contra Rauchen ist eine sehr persönliche. Über die Folgen des Rauchens dürfte sich jeder Tabakkonsument klar sein – die Kennzeichnungen der Produkte als gesundheitsgefährdend ließen bereits in der Vergangenheit keine Zweifel offen.

Raucher belasten das Gesundheitssystem? Ein widerlegtes Argument

Natürlich kostet die medizinische Behandlung von Rauchern Geld. Doch bei der Betrachtung des Gesamtbildes ergibt sich eine interessante Sachlage. Ein Raucher sorgt, wie eine niederländische Studie feststellte, selbst dafür, dass er das Gesundheitssystem nicht über Gebühr belastet: Seine Lebenserwartung ist mit 77 Lebensjahren und 220.00 Euro Behandlungskosten deutlich geringer als die eines Nichtrauchers. Ein schlanker, „durchschnittlicher“ Nichtraucher wird hingegen 84 Jahre alt und kostet die Versichertengemeinschaft 281.000 Euro. Abgesehen von dem fragwürdigen Trend, derartige gesellschaftliche Vorgänge in Euro und Cent zu bewerten, wird durch die Zahlen dieser Erhebungen das Argument des gesellschaftlichen Schadens, den der Tabakkonsum angeblich verursacht, aufgehoben. Ja – würde man dieser Argumentation folgen, wäre die neue Tabakrichtlinie geradezu kontraproduktiv, denn für einen Raucher fallen auch bei der Rentenversicherung aufgrund der geringeren Lebenserwartung weniger Kosten an. Ähnliche Zahlen attestieren vergleichbare Studien aus den USA und anderen Ländern.

Vorbildwirkung? Junge Menschen sollten selbst entscheiden

Der prozentuale Anteil jugendlicher Raucher mit rauchenden Eltern ist unbestritten höher, als bei Kindern von Nichtrauchern. Natürlich müssen Kinder geschützt werden. Die gesetzliche Reglementierung des Themas geht jedoch am Erfordernis vorbei. Eltern tun so ungesunde Dinge wie sich mit banalen Fernsehshows berieseln, flaschenweise Schnaps trinken, 70 Stunden in der Woche arbeiten, tafelweise Schokolade essen oder sich mit Nachbarn bekriegen. Für jeden Heranwachsenden kommt der Punkt, an dem er seine eigenen Entscheidungen treffen muss. Diese Richtungsfindung bleibt keiner Generation erspart. Menschen sind nicht nur von der Vernunft gesteuert, sie sind auch emotional und unberechenbar. Diese „unvernünftigen“ Seiten gehören zum Menschsein und wollen gelebt werden. Sollte alles Ungesunde verboten werden, hätte der Staat viel zu tun. Das kann kein mündiger EU Bürger wirklich wollen.

Und dann die Sucht…

Ja. Nikotin verursacht Abhängigkeit. Und manche Menschen sind kaufsüchtig oder süchtig nach Schokolade, vereinsamen, weil sie nur noch vor dem PC sitzen oder kommen an keinem Spielautomaten vorbei. Sucht hat schlimme Auswirkungen, keine Frage. Aber sollten deshalb EC-Karten, Süßwaren und Computer abgeschafft werden? Die Ursachen für diese gesellschaftlichen Erscheinungen liegen nicht an der Oberfläche – sie setzen sich aus vielen verschiedenen Faktoren des westlichen Lebensstiles zusammen. Für alle Formen der Sucht gilt – die persönliche Einsicht, dass Veränderungen lebenswichtig sind, muss gegeben sein, sonst ist jeder noch so gut gemeinte Hilfeversuch von außen zum Scheitern verurteilt. Der Suchtproblematik ist mit Verordnungen nicht beizukommen. Hilfsangebote, sich aus dem Kreislauf zu befreien, erleichtern den Ausstieg. Auch beim Rauchen. Das Argument, Jugendliche müssten per Dekret vor der Suchtgefährdung geschützt werden, könnte gegenteilig wirken. Denn es gibt – nicht nur für Jugendliche – kaum Reizvolleres als verbotene Dinge. Das ist unvernünftig, aber sehr menschlich. Und das sollte auch so bleiben, denn erst die Vielfalt der menschlichen Charaktere macht die Welt so bunt. Auf den Mainstream ausgerichtet ist hier in unserer westlichen Zivilisation schon mehr als genug.

Wir haben nachgefragt wie Raucher zur Zigarette gekommen sind. Lesen Sie hier: Meine erste Zigarette

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