Dualer Nutzen führt zum Giftstoffabbau

Neue Studie: Dualer Nutzen führt zum GiftstoffabbauNeue Studie: Dualer Nutzen führt zum Giftstoffabbau

Liquid-News hat vor einiger Zeit einen längeren Beitrag zur Frage gebracht, ob der duale Nutzen von E-Zigarette und Tabakzigaretten tatsächlich das Problem darstellt, zu dem es von Dampf-Kritikern immer wieder stilisiert wird.

Tatsächlich gibt es in der gesamten E-Zigaretten Debatte eine Reihe von Risiko-Mythen, die von Gegnern des Genussmittels bewusst kultiviert werden, obwohl sie wissenschaftlich längst entkräftet sind. Die Behauptung, E-Zigaretten verführten eher zur dauerhaften Parallelnutzung mit Tabakprodukten denn zum langsamen Ausstieg aus dem Rauchen, gehört zu dieser Propaganda; der „Gateway-Effekt“, die beabsichtigte und erfolgreiche Verführung Minderjähriger durch die
E-Zigaretten Industrie, die vermeintliche Toxizität des Dampfes und eine Reihe weiterer Legenden zählen ebenfalls zum Repertoire der Gruselgeschichtenerzähler.

Presseorgane schnappen hungrig nach dieses Horrorstories. Umfragen haben ergeben, dass das zunehmende Misstrauen von Rauchern und Nichtrauchern der E-Zigarette gegenüber sich hauptsächlich aus den von Medien noch zusätzlich aufgebauschten Halbwahrheiten speist. Dabei stehen Leben auf dem Spiel: Wer die E-Zigarette als ebenso riskant wie die Tabakzigarette wahrnimmt, hat keinen Grund, zu ihr zu wechseln.

Umso wichtiger sind alle wissenschaftlichen Studien, die sich explizit der Dekonstruktion dieser
E-Zigaretten Legenden widmen.

Weniger Kohlenmonoxid und Akrolein

Soeben ist im Fachjournal ‚Cancer Prevention Research‘ eine Studie mit dem Titel „Effects of Switching to Electronic Cigarettes with and without Concurrent Smoking on Exposure to Nicotine, Carbon Monoxide, and Acrolein“ („Wirkungen des Wechsels zu elektronischen Zigaretten bei gleichzeitigem Rauchen und Nichtrauchen im Hinblick auf die Nikotin-, Kohlenmonoxid- und Akroleinbelastung) veröffentlicht worden.

Die Forscher hatten sich die Frage gestellt, ob die bei dualem Konsum oft behauptete „Potenzierung“ von Giftstoffen im Körper tatsächlich nachweisbar sei. Das Ergebnis: Auch bei gleichzeitigem Konsum von konventionellen Tabakzigaretten und E-Zigaretten ist die Belastung des Organismus mit Kohlenmonoxid und Akrolein im Gegenteil signifikant zurückgegangen.

Forschungsleiter Hayden McRobbie betont: „Ein vierwöchiger E-Zigaretten Konsum reduzierte die Kohlenmonoxid- und Akroleinvorkommen im Körper deutlich. Der Rückgang war zwar am ausgeprägtesten bei den Teilnehmern, die komplett auf E-Zigaretten umstiegen. Aber auch bei dualen Nutzern war ein Rückgang nachweisbar.“

An der vierwöchigen Studie nahmen 40 Erwachsenen teil, die all mit dem Rauchen konventioneller Zigaretten aufhören wollten. Sie wurden mit E-Zigaretten der Marke ‚Green Smoke‚ ausgestattet. Die Forscher maßen die Kohlenmonoxid-Konzentration im Atem der Teilnehmer eine Woche bevor sie mit Dampfen begannen; am Tag des Einstiegs in die E-Zigaretten; und dann einmal pro Woche während der nächsten vier Wochen. Sie analysierten außerdem Urinproben vom ersten und letzten Tag des Experiments, um die Biomarker für Akrolein zu testen.

E-Zigarette verringert um 80% den Kohlenmonoxid-Pegel

Vier Wochen nach der ersten E-Zigarette dampften 33 Teilnehmer immer noch. Von diesen nutzten 16 nur noch E-Zigaretten, 17 rauchten zusätzlich weiter Tabakzigaretten. Bei den Solo-Dampfern hatte sich der Kohlenmonoxid-Pegel um 80% verringert; bei den dualen Nutzern um 52 Prozent. Für Akrolein lag die Reduzierung bei den reinen E-Zigaretten Konsumenten bei 79%, bei den dualen Nutzern bei 60%.

Professor Peter Hayek, einer der weiteren Autoren der Studie, erklärt dies so: „Duale Nutzer erhöhten ihre Einnahme von Giftstoffen nicht etwa, sondern reduzierten diese gravierend. Der Grund ist das von den E-Zigaretten befriedigte Verlangen nach Nikotin, was wiederum das Rauchbedürfnis minimierte.“ Mc Robbie ergänzte allerdings auch, dass die Studie einige Einschränkungen aufweist: Die Teilnehmer wurden nur auf zwei Giftstoffe getestet, sie umfasste nur sowieso schon aussteigewillige Raucher und sie lief nur vier Wochen lang.

Es ist also klar, dass hier noch weitere Forschung nötig ist. Was sich allerdings auch zeigt, ist die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Risikobewertung von E-Zigaretten. Der menschliche Körper verfügt über erstaunliche Mittel zur Selbstheilung. Nur so überlebt der moderne Mensch die vielfältigen Formen der alltäglichen „Vergiftung“ – durch Pestizide in den Nahrungsmitteln, durch Mikroplastik im Trinkwasser, durch Schadstoffbelastungen der Luft, durch Medikamente.

Die Regenerationkräfte des Organismus können Zellschäden reparieren und Immunsystemangriffe abwehren – aber eben nur bis zu einem bestimmten Punkt. Jenseits dieser Schwelle überwältigen die toxischen Eigenschaften der zugefügten Stoffe unsere Abwehrmechanismen und fügen uns irreparable Schäden zu. Zur Vermeidung einer solchen irreversiblen Schädigung ist es selbstverständlich am besten, sich Schadstoffen gut wie ganz zu entziehen. Doch welche Lebensqualität hätte eine Existenz unterm Sauerstoffzelt? Deshalb heißt Leben auch, Risiken und Genuss abzuwägen.

Die E-Zigarette ist ein Genussmittel, dass aus dieser Philosophie der Mäßigung geboren wurde. Der Duale Nutzen ist vielleicht nicht der ideale Weg, die Regenerationsmechanismen des eigenen Körpers zu unterstützen – aber wie diese und alle anderen sorgfältig und mit wissenschaftlicher Integrität durchgeführten Studien beweisen, ist es dennoch eine effektive Strategie gegen die tödliche Übermacht des Giftstoffcocktails Tabak.

Die Integration des dualen Nutzens in die Anti-Tabak-Kampagnen der Gesundheitsorganisationen wäre ein weiterer Schritt auf dem Weg des „Harm Reduction“ Ansatzes, zu dessen Entwicklung gerade Professor Peter Hayek entscheidend beiträgt – wie man schon an dem vielversprechenden Titel seines auf dem kommenden E-Cigarette Summit zu haltenden Vortrages ablesen kann:
„E-Zigaretten versorgen Raucher mit Nikotin – Ist das wirklich ein Problem?“ („E-cigarettes provide smokers with nicotine – Is this a problem?“).

Weiterführende Links
Cancer Prevention Research
The e-cigarette summit
Schluss mit dem tödlichen Mythos vom Dualen Nutzen

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