Chinesischer E-Zigarette-Hersteller Kimree geht an die Börse

Der chinesische E-Zigarette-Hersteller Kimree will an die amerikanische Börse

Der chinesische E-Zigarette-Hersteller Kimree will an die amerikanische Börse

Kimree ist ein seit 2006 operierender Designer und Hersteller von E-Zigaretten, der auf mehr als 21.000 Quadratmetern Firmengelände im chinesischen Shenzhen sowohl Einwegzigaretten als auch wiederaufladbare Geräte und E-Zigaretten-Accessoires produziert. Das Unternehmen entwickelt Produkte unter eigenem Namen genauso wie für eCigarette-Firmen auf der ganzen Welt. Es hat Abnehmer in insgesamt zwanzig Ländern, darunter die meisten der großen internationalen Tabakkonzerne genauso wie führende, unabhängige Marken.

Kimree legt große Wert auf den Betrieb modernster Inhouse-Labore und die Beschäftigung von knapp 50 Ingenieuren, mit deren Hilfe das Unternehmen sich nicht nur als Hersteller, sondern auch als Innovator auf dem Markt hervortun möchte. Fast 2.000 Angestellte stellen am Tag bis zu 300.000 E-Zigaretten und Sets her. Kimree hält außerdem 39 nationale und internationale Patente in der Dampftechnologie und erfüllt laut eigener Aussage sämtliche relevanten internationalen Qualitäts-, Management- und Sicherheitsstandards.

Das Marketingvideo (siehe Link) erinnert zumindest mich frappant an „Brave New World“ und andere SciFi-Szenarios, in denen gleichgeschaltete Menschen täglich zu Tausenden identische Arbeitsprozesse abwickeln: Selbst bei einem als Meeting angelegte Szenario tragen alle Mitarbeiter um den Konferenztisch identische Arbeitskleidung, während eine zur Demonstration des angenehmen Arbeitsklimas gezeigte Incentive-Maßnahme die Teams in Tarnuniformen zeigt. Allerdings betont das Unternehmen auch, dass es sich für Wohlfahrts- und Gemeinwohlaktivitäten engagiert. Ein (zumindest mich) verstörender, aber auch faszinierender Kontrast zu den bemüht auf stylish getrimmten Werbevideos westlicher eCigarette-Fabrikanten.

Dennoch: Wie auch in so gut wie allen andere Branchen erlaubt es eben diese Architektur der Arbeitswelt dem chinesischen Hersteller nun, den Sprung an die amerikanische Börse zu machen. In den berichtenden Medien wird dieser Schritt als antizyklisch eingestuft, im Hinblick auf die zunehmenden Schwierigkeiten von E-Zigarettenunternehmen, Finanzgeber zu finden, einen von hartem Wettbewerb und Konsolidierung getriebenen Markt und einer unsicheren Situation im Hinblick auf zu erwartende, behördliche Regulierungen.

Ich persönlich bin ja eher skeptisch hinsichtlich dieses plötzlich um sich greifenden Pessimismus der großen Wirtschaftsmagazine, die hartnäckig auf der Behauptung eines seit 2012 plötzlich einbrechenden E-Zigarette-Umsatzes bestehen, obwohl ein Großteil der dieser Annahme zugrundeliegenden Zahlen die Abwanderung von Verbrauchern von Einweg-E-Zigaretten hin zu individuell befüllbaren Verdampfern nicht berücksichtigt – aber dazu an anderer Stelle mehr.

In den Vereinigten Staaten ist der größte Kimree-Kunde American Accessories International LLC, eine Tochterfirma der Marlboro Produzenten Altria Group Inc. In ihrem „Filing Report„, der jeden amerikanischen Börsengang begleitet, prognostiziert das chinesische Unternehmen einen globalen Zuwachs des eCigarette-Marktes auf 39,2 Milliarden bis 2018 und bezieht sich damit auf einen Bericht des Marktforschungsunternehmens Frost & Sullivan. Kimrees eigene Umsätze sind nach eigenen Angaben in der erste Hälfte des Jahres 2014 um 57 Prozent auf 51,3 Millionen Dollar gewachsen, während der Gewinn sich im Vergleich zum Vorjahr auf 10,2 Millionen Dollar anscheinend mehr als verdoppelt hat.

Diese Zahlen scheinen auch die amerikanische Bank Citigroup dazu bewogen zu haben, den Deal in den USA abzusichern. Noch ist nicht bekannt, wie viele Aktien das Unternehmen zu welchem Preis herausgeben möchte. Kimree hat bisher nur eine Mindestsumme von 125 Millionen genannt; diese stellen allerdings nur die Kalkulationsbasis für die Registrierungsgebühren bei der US-Börse dar. Welches tatsächliche Volumen der Börsengang habe wird, ist damit noch nicht festgelegt.

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