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Zugunglück auf der Machu-Picchu-Route: Ein Toter, Dutzende Verletzte – und viele offene Fragen

Zugunglück auf der Machu-Picchu-Route: Ein Toter, Dutzende Verletzte – und viele offene Fragen

Cusco/Machu Picchu. Ausgerechnet auf einer der bekanntesten Touristenrouten Südamerikas ist der Verkehr zum Stillstand gekommen: Auf der Bahnstrecke in Richtung Machu Picchu sind am Dienstag, 30. Dezember 2025, zwei Touristen-Züge frontal zusammengestoßen. Ein Lokführer starb, Dutzende Menschen wurden verletzt. Die Ursache ist bislang unklar – und genau das macht den Vorfall für Perus Tourismus so brisant.

Was bisher als gesichert gilt

  • Unfallart: Frontalkollision zweier Touristen-Züge auf der Machu-Picchu-Strecke.
  • Zeit: Laut peruanischen Medien gegen 13:20 Uhr Ortszeit (Peru).
  • Ort: Berichte verorten den Unfall im Bereich Pampacahua (Provinz Urubamba/Cusco); AP nennt als Nähepunkt Qoriwayrachina. Unterschiedliche Kilometerangaben kursieren je nach Quelle.
  • Beteiligte Betreiber: In Berichten werden Inca Rail und PeruRail genannt.
  • Opfer: Peruanische Medien identifizieren den Toten als den Lokführer Roberto Cárdenas.
  • Verletzte: Internationale Agenturen sprechen von mindestens 30 (AP) bis 40 Verletzten (Reuters).
  • Konsequenz: Der Zugverkehr zwischen Machu Picchu und Cusco wurde ausgesetzt.

Warum der Unfall das ganze Land trifft

Machu Picchu ist nicht irgendein Ausflugsziel – es ist ein System. Jährlich kommen rund 1,5 Millionen Besucher, die meisten reisen über die Schiene in den Talort Aguas Calientes (Machu Picchu Pueblo) und von dort weiter hinauf zur Anlage. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Besucher laut Berichten um rund 25 Prozent gestiegen.

Diese Größe macht die Region empfindlich: Wenn die Bahnstrecke gestört ist, steht nicht nur ein Fahrplan still – dann geraten Hotels, Guides, Restaurants und ganze Gemeinden unter Druck.

Ein Nadelöhr mit politischer Vorgeschichte

Der Tourismus rund um Machu Picchu wurde in den vergangenen Jahren immer wieder ausgebremst – nicht nur durch Wetter oder Logistik, sondern durch Politik. Es gab wiederholt Unruhen und Konflikte um die Verwaltung der Stätte. Demonstrierende blockierten dabei teils die Bahnlinie, die zur antiken Anlage führt – und schnitten die Region praktisch vom wichtigsten Zugang ab.

Zu Fuß geht es auch – aber nicht „mal eben“

Machu Picchu lässt sich zwar auch zu Fuß erreichen: Wer statt Zug und Bus wandern will, startet häufig in der Gegend um Ollantaytambo. Die Route gilt – je nach gewähltem Trek – als mehrtägige Tour und wird oft mit rund vier Tagen angegeben. Für viele Reisende bleibt die Bahn deshalb die Standardanreise.

Ein Ort, der größer ist als der Tourismus

Die Anlage selbst ist berühmt für ihre passgenau behauenen Steinquader. Sie wurde im 15. Jahrhundert von den Inka errichtet und gilt in vielen Darstellungen als Rückzugsort der Herrscher des Reiches. Internationalen Schutz erhielt Machu Picchu früh: Seit 1983 steht das „Historic Sanctuary of Machu Picchu“ auf der UNESCO-Welterbeliste.

Ermittlungen laufen – viele Fragen offen

Behörden haben Untersuchungen angekündigt; zur Ursache gibt es bislang keine gesicherte öffentliche Schlussfolgerung. Klar ist nur: Auf einer Strecke, die für den peruanischen Tourismus ein zentraler Versorgungsweg ist, reichen Minuten für eine Kettenreaktion – und ein Unfall für eine Debatte, die weit über Cusco hinausgeht.

Stand: 31. Dezember 2025.