Plagiate und Cyberangriffe: Doppelte Bedrohung für deutsche Maschinenbauer

Plagiate und Cyberangriffe: Doppelte Bedrohung für deutsche Maschinenbauer
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Die deutsche Maschinenbauindustrie, ein Schlüsselsektor der nationalen Wirtschaft mit über einer Million Beschäftigten, sieht sich einer doppelten Bedrohung ausgesetzt: Produktpiraterie und Cyberangriffe. Beide Risiken verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Dies geht aus der neuesten Studie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC durchgeführt wurde.

Zunehmende Relevanz von Cybersecurity

Die Ergebnisse der Studie „Industrial Security und Produktpiraterie 2024“ verdeutlichen die wachsende Wichtigkeit des Schutzes vor Cyberangriffen. Rund 24 Prozent der befragten Unternehmen waren in den letzten beiden Jahren von signifikanten Cybersicherheitsvorfällen betroffen. Diese beinhalteten gezielte Hackerangriffe und Erpressungsversuche, deren finanzielle Folgen oft nur schwer quantifizierbar sind aufgrund notwendiger Geheimhaltung.

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Die Industrie reagiert aktiv auf diese Bedrohungen: 96 Prozent der Unternehmen haben mindestens eine Cybersicherheitsmaßnahme implementiert, wobei 80 Prozent auf Angriffserkennung setzen, um frühzeitig eingreifen zu können. Die Einrichtung von Cyberversicherungen ist ebenfalls eine gängige Praxis geworden, mit 59 Prozent der Firmen, die solche Policen abgeschlossen haben. Weiterhin gibt es eine wachsende Tendenz zur Vernetzung in lokalen oder regionalen Cyberbündnissen, um gemeinsam stärker gegen Cyberbedrohungen gewappnet zu sein.

Rückgang der Produktpiraterie, doch das Risiko bleibt hoch

Obwohl die Studie einen Rückgang der von Produktpiraterie betroffenen Unternehmen von 72 Prozent im Jahr 2022 auf 46 Prozent in 2024 feststellt, bleibt die Bedrohung erheblich. China führt weiterhin die Liste der Herkunftsländer von Plagiaten an, gefolgt von Indien und Deutschland. Dabei verschiebt sich das Bild der Plagiatoren: Während direkte Wettbewerber weniger häufig als Plagiatoren auftreten, nehmen Fälle, die professionelle Großplagiatoren und staatliche Unternehmen involvieren, zu.

Die Bedrohung durch Fälschungen, die ein Sicherheitsrisiko für Mensch und Maschine darstellen, wird weiterhin als hoch eingeschätzt. Über die Hälfte der Unternehmen sieht bei den entdeckten Plagiaten ein Risiko für den sicheren Betrieb ihrer Anlagen.

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Herausforderungen durch die NIS2-Richtlinie

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Studie ist die Herausforderung durch die neue Richtlinie NIS2, die eine hohe Relevanz für den Maschinen- und Anlagenbau hat. Die Selbstregistrierung bei nationalen Behörden und die Einschätzung der eigenen Betroffenheit bereitet vielen Unternehmen Schwierigkeiten. Der VDMA schätzt, dass tatsächlich rund 90 Prozent der Unternehmen von der NIS2 betroffen sind, eine Tatsache, die viele Firmen noch nicht vollständig erfasst haben.

Fazit

Die deutsche Maschinenbauindustrie steht vor großen Herausforderungen, die sowohl die physische als auch die digitale Sicherheit betreffen. Die kontinuierlichen Bemühungen um Schutzmaßnahmen sind entscheidend, um sowohl gegen Produktpiraterie als auch gegen Cyberangriffe gerüstet zu sein. Diese dualen Bedrohungen erfordern eine dynamische und vorausschauende Sicherheitsstrategie, um den Schutz von Betriebsgeheimnissen und die Sicherheit der Anlagenbetreiber zu gewährleisten.

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