Milorad Dodik: Einflussreicher Politiker in Bosnien und Herzegowina

Milorad Dodik: Einflussreicher Politiker in Bosnien und Herzegowina

Frühe Jahre und politischer Aufstieg

Geboren am 12. März 1959 in Laktaši, Jugoslawien, stieg Milorad Dodik zu einer der zentralen Figuren in der Politik Bosnien und Herzegowinas auf. Mit einer Ausbildung in Politikwissenschaft von der Universität Belgrad begann Dodiks politische Karriere 1986 als Präsident des Stadtrats in seiner Heimatstadt. Der Übergang zur nationalen Politik gelang ihm 1990, als er für den Bund der Reformkräfte Jugoslawiens ins Parlament von Bosnien und Herzegowina gewählt wurde.

Dodik gründete 1996 die Partei der unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD), deren Vorsitzender er seitdem ist. Seine politische Karriere war geprägt von verschiedenen Amtszeiten als Premierminister der Republika Srpska und als Präsident dieser Entität innerhalb Bosnien und Herzegowinas. Dodik war auch Mitglied des dreiköpfigen Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina und diente zweimal als dessen Vorsitzender.

Kontroversen und politische Positionen

Streit um die staatliche Existenz

Dodik ist bekannt für seine kontroversen Aussagen bezüglich der staatlichen Existenz von Bosnien und Herzegowina und seine Bestrebungen, die Autonomie der Republika Srpska zu verstärken. Er forderte eine eigene Armee und Polizei sowie Finanzbehörden für die Republika Srpska und zog sich aus den staatlichen Institutionen Bosnien und Herzegowinas zurück.

Srebrenica und Leugnung des Völkermords

Dodik sorgte international für Empörung mit seinen Aussagen zum Massaker von Srebrenica. Trotz früherer Anerkennungen sprach er später von einem „Lügen-Mythos“ und leugnete die von internationalen Gerichten festgestellte Tatsache eines Völkermords.

Konflikte mit internationalen Vertretern

Dodiks Konfrontationen mit internationalen Vertretern, insbesondere mit dem Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, zeugen von seiner Ablehnung externer Einflüsse. Er kritisierte Deutschland und Österreich scharf und zog Parallelen zur Politik Adolf Hitlers, was heftige Kritik hervorrief.

Unterstützung Russlands

Die Unterstützung von Dodik durch Russland und seine offene Bewunderung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin, einschließlich der Verleihung eines Ordens, unterstreichen seine geopolitische Ausrichtung. Dodiks Position zur russischen Aggression gegen die Ukraine zeigt seine Zustimmung zu Russlands Handlungen.

Zusammenfassung

Milorad Dodik, eine prägende Figur der Politik in Bosnien und Herzegowina, polarisiert durch seine nationalistische Rhetorik, die Ablehnung der staatlichen Einheit Bosniens und seine engen Beziehungen zu Russland. Seine politischen Handlungen und Aussagen haben sowohl national als auch international für Kontroversen gesorgt. Trotz Kritik und Konfrontationen mit internationalen Akteuren bleibt Dodik ein einflussreicher Akteur in der Politik der Republika Srpska und Bosnien und Herzegowinas.


Titelbild: Kremlin