red kiwi – Interview mit dem Marktführer für e-Zigaretten

Das Unternehmen red kiwi gehört zu den führenden e-Zigaretten Anbietern in Deutschland. Ein Grund für uns einmal hinter die Kulissen von red kiwi zu schauen und zu hinterfragen wie es zu der Bezeichnung red kiwi gekommen ist.

Interview mit Sven Heeder von red kiwi

Liquid News: red kiwi ist seit 2007 (damals noch unter dem Firmennamen „esmoker Groß- und Einzelhandel“), also quasi von Anfang an auf dem deutschen E-Zigarettenmarkt mit dabei. Erzählt doch kurz, wie die Firma entstanden ist – denn aus dem Stand Hardware herzustellen ist ja nicht ganz so naheliegend, wie selbst Liquids zu mixen.

Sven Heeder von red kiwi

Sven Heeder

red kiwi: Anfang 2007 erzählte mir ein Bekannter von der eZigarette. Ich schaute mir das Produkt damals an und mir war sofort klar, dass dies meine Zukunft sein sollte. Aus dem Stand haben wir natürlich keine Hardware hergestellt, sondern – wie jeder damals – in China nach geeigneten Produzenten gesucht, die die Produkte in der entsprechenden Qualität liefern konnten.

LN: Klar, die Frage kommt in jedem Interview: Was hat es mit dem Namen „red kiwi“ auf sich?

rk: Der Name wurde gewählt, weil er einprägsam ist. Er hat nichts mit dem Produkt zu tun. Die Kombination der Farbe rot mit dem neuseeländischen Vogel erzeugt einfach sofort ein Bild im Kopf, das hängen bleibt.

LN: Mal am konkreten Beispiel: Ihr habt eine neue eZigaretten-Serie im Programm, die red kiwi P-Line. Wie sind da die Entscheidungswege, so ein neues Produkt im Sortiment aufzunehmen? Geht Ihr da primär auf Kundenwünsche ein, zum Beispiel hinsichtlich des regelbaren Luftflusses oder orientiert Ihr Euch an neuen Marktentwicklungen, wie integrierter Temperaturkontrolle etc.? Fahrt Ihr dann zu Euren Herstellern nach Asien und entwickelt das Modell gemeinsam oder wie kann der Konsument sich das vorstellen?

rk: Wir beobachten ständig den Markt und überlegen, an welchen Stellen wir unser Sortiment ergänzen sollten oder wo wir Produkte verbessern können. Zusätzlich sind wir ständig mit zahlreichen Fabriken in China in Kontakt und schauen uns an, was es dort an neuen Ideen und Entwicklungen gibt. In Zusammenarbeit mit dem  asiatischen Hersteller entsteht so am Ende ein Produkt nach unseren Vorstellungen.

Vor der Serienproduktion erhalten wir mehrfach Prototypen, anhand derer geprüft wird, ob alle Punkte entsprechend unseren Vorgaben umgesetzt sind und natürlich werden sie auch in der Praxis getestet. Erst, wenn alles 100% in Ordnung ist, geht ein neues Modell in die Produktion. Selbstverständlich sind auch Mitarbeiter regelmäßig in Asien vor Ort, um die Entwicklungen zu überprüfen oder neue Ideen zur Serienreife zu entwickeln.

LN: Habt Ihr hinsichtlich der endgültigen Umsetzung des TPD2 noch konkrete Herausforderungen auf Euch zukommen, wenn es um die Bauweise der Geräte geht? Liegen Euch schon Entwürfe für verbindliche DIN-Normen, ISO Vorschriften oder ähnliches vor?

rk: Nein, wir haben hier aktuell keine Herausforderungen. Die neuen, TPD2 konformen Modelle sind bereits produziert und auf dem Weg zu uns. Alles Andere wäre auch fatal, denn nach der TPD2 können nach dem 19. November 2017 neue Modelle nur noch 6 Monate nach Registrierung in Verkehr gebracht werden. Wer also bis dahin nicht bereits konforme Produkte im Verkauf hat, wird bis mindestens Ende Mai 2017 auch nichts konformes anbieten können.

Für die Hardware sind alle Punkte klar: Die Geräte müssen kindersicher, auslaufsicher, manipulationssicher und bruchsicher sein. Für Kindersicherheit und Bruchsicherheit existieren bereits seit Jahren ISO-Normen, und wir haben unsere Produkte nach genau diesen Normen entwickelt. Aus Sicht der Verbraucher ist positiv, dass sich trotz der Hardware-Anforderungen und trotz der zu bestehenden Emissionstests die neuen Modelle nicht unkomfortabler in der Nutzung sind als bisher. Und auch die Leistung der konformen Geräte ist nicht schlechter als es auch ambitionierte Dampfer gewohnt sind.

LN: Ihr habt einen B2C Onlineshop, aber liefert vor allem im großen Umfang an andere Händler aus – red kiwi ist ist deutschlandweit in weit über 2.000 Verkaufsstellen erhältlich. War da bei den Abnehmern die Verunsicherung groß nach dem Inkrafttreten des TPD? Musstet Ihr da viel Aufklärungsarbeit leisten?

rk: Die Unsicherheiten bei allen Beteiligten waren schon groß. Wir haben im Handel viel Aufklärungsarbeit geleistet und tun dies immer noch.

LN: Ihr habt selbst, um 2012 herum, die Auswirkungen von politischer Panikmache, unprofessioneller Forschung und fahrlässiger medialer Berichterstattung (die immer noch gang und gäbe ist) zu spüren bekommen, als die Einstufung der E-Zigarette als Arzneimittel im Raum stand und gleichzeitig die Presse so massiv Halbwahrheiten und Gerüchte über die Schädlichkeit des Dampfes durch „krebserregende Chemikalien“ verbreitet hat. Woher kommt diese ablehnende Haltung der deutschen Politik und Presse Eurer Meinung nach? In England ist es ja genau andersherum.

rk: Der Ursprung dieser bewussten Fehlinformationen war das DKZF, hier besonders Frau Dr. Pötsche-Langer. Aufgrund ihrer Funktion als Leiterin der WHO Kollaborationsstelle für Tabakprävention hat sie eine äußerst kritische Haltung allem gegenüber, was auch nur in die Richtung Tabak geht – ungeachtet dessen, wie das Risiko der jeweiligen Alternative wissenschaftlich und objektiv einzuschätzen ist. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Die WHO finanziert sich durch die Pharmaindustrie, und diese hat erhebliche Umsatzeinbussen bei den Rauchentwöhnungsprodukten gehabt, seit die eZigarette populär wurde.

LN: Ihr habt vor, international weitere Märkte zu erschließen. Wo wollt Ihr genau hin? In welchen Ländern seht Ihr die am stärksten wachsenden Märkte fürs Dampfen?

rk: Wir fokussieren uns ganz klar auf unseren Heimatmarkt Deutschland.

LN: Ihr legt großen Wert auf lückenlose, strenge Qualitätskontrollen, von der Produktion bis zum Vertrieb. Wie gewährleistet Ihr die dort, wo Ihr nicht selbst vor Ort sein könnt?

rk: Hier gibt es mehrstufige Ansätze: Zum einen arbeiten wir strategisch mit unseren Lieferanten zusammen. Wir versuchen, langfristig mit denselben Lieferanten zusammen zu arbeiten, weil nur so ein gemeinsames Verständnis der gewünschten Qualität entstehen kann. Nach der Produktion werden alle Chargen vor Ort von einem unabhängigen Gutachter überprüft. Kommt die Ware bei uns an, so wird jede Charge noch einmal in unserem Haus überprüft, bevor sie für den Verkauf freigegeben wird.

LN: Kommen wir mal zum Liquid; 2011 habt Ihr auch eine eigene red kiwi-Liquidstrasse in Betrieb genommen. Inzwischen werden die Flavourart | red kiwi Liquids in Italien produziert, die Tabak-Aromen werden aber als red kiwi Selection Liquid in Deutschland hergestellt, oder? Wie kam es zu dieser dualen Produktion?

rk: Es gibt keine duale Produktion. Wir beziehen sowohl von Flavourart als auch von unserem deutschen Lieferanten fertige Liquids nach unseren Spezifikationen, die allesamt bei uns im Hause abgefüllt und verpackt werden.

LN: Wie seht Ihr die Marktentwicklung in Deutschland in den kommenden Jahren?

rk: Wir gehen von einer Fortsetzung des positiven Trends aus. Möglicherweise werden sich einige kleinere Anbieter vom Markt verabschieden, weil der Import durch die neuen Regulierungen nicht mehr so einfach ist, wie bisher. Einen gesunden Wettbewerb wird es aber auch weiterhin geben. 

LN: ….und wo wird der Markt in Richtung Hardware hingehen in den nächsten fünf Jahren?

rk: Die Vielfalt an Produkten wird auch in Zukunft vorhanden sein, selbst wenn nach unserer Einschätzung in Profikreisen lieb gewonnene Produkte wie Selbstwickler oder Liquid zum selbst mischen sicherlich aufgrund der TPD2 vom Markt verschwinden werden. Es ist aber auch in Zukunft noch von deutlichen Innovationen bei den Geräten auszugehen.

 Grob kann man hierbei zwei Kategorien unterscheiden: Einfach zu bedienende Modelle, die an Verkaufsstellen angeboten werden, wo eine Kundenberatung nur sehr eingeschränkt möglich ist und komplexere, leistungsfähigere und variable Geräte, die im Fachhandel (ambitionierte Tabakwarenfachhändler und natürlich eZigaretten-Fachgeschäfte) angeboten werden.

LN: Noch eine Frage zum Schluss, die auch mir immer wieder von Freunden und Bekannten gestellt wird: Bald ist wieder das Fest der Liebe und die Lieben möchte man ja gerne zum Umstieg auf die E-Zigarette motivieren. Welche E-Zigaretten und Liquids würdet Ihr mir denn aus Eurem Sortiment als ideales Starter-Kit und Weihnachtspräsent mit auf den virtuellen Weg geben?

rk: Ich halte die SubTwin Modelle für am Besten geeignet, wenn man umsteigen möchte. Sie sind einfach zu bedienen, haben eine gute Leistung für Umsteiger von Tabakzigaretten und sind hochwertig verarbeitet. Die Größe der Geräte schreckt auch nicht vor einem Umstieg von der Tabakzigarette ab. Für das kleine Budget wäre die BASIC als Start perfekt – sie kostet keine 20 EUR.

Weiterführende Links

Mehr über red kiwi und die innovativen e-Zigaretten

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2 comments

  1. Klaus

    Wenn liquid mischen, selbstwickler und die normalen nachfüllbaren tank verdampfer von heute verschwinden, wo nach es aussieht, wird die dampfe für immer ein nischeprodukt bleiben.
    Aber so ist ja auch gewollt.

    Vielen dank e zigarette.

  2. Grottenolm

    So so….
    Marktführer….
    Komisch, mir als langjähriger Dampfer total unbekannt.
    Auch in gängigen Shops so gut wie nicht zu finden.
    Verkauft längst technisch überholte Geräte zu Mondpreisen.

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