Cannabisöl für Hunde in der Apotheke

Kommt bald Cannabisöl für Hunde in die Apotheke?

Cannabis als Medikament gehört in Deutschland mittlerweile zum Alltag. Seit einigen Jahren dürfen Ärzte ihren Patienten Marihuana verschreiben, wenn sie darin einen therapeutischen Nutzen sehen. Auch Extrakte mit dem Wirkstoff THC, etwa in der Form von Cannabisöl, können verordnet werden. Von diesem Recht machen die Mediziner regen Gebrauch: Die Zahl der Cannabispatienten in Deutschland wurde für 2020 auf mehr als 100.000 geschätzt. Auch Tierärzte werden immer öfter nach Cannabis gefragt. Besitzer von älteren Hunden möchten oft wissen, ob es chronische Schmerzen durch Alterskrankheiten lindern kann. Aber darf der Tierarzt überhaupt ein Rezept für Cannabisöl ausstellen? Und vor allem: Macht eine solche Behandlung Sinn?

Kein Cannabis vom Tierarzt in Deutschland

Selbst, wenn sie es für sinnvoll halten, dürfen Tierärzte hierzulande kein Cannabis verschreiben. Das gilt für Hunde ebenso wie für alle anderen Tiere. Das ist in der Verordnung zur Verschreibung von Betäubungsmitteln ganz klar geregelt. Auch die Verwendung als Schmerzmittel ist ausdrücklich verboten. Da mag es etwas irritieren, dass die Behandlung von Vierbeinern mit Amphetaminen, Morphin und sogar Opium erlaubt ist. Aber bei Cannabis hält der Gesetzgeber offensichtlich die Gefahr des Missbrauchs für größer als den Nutzen. Das ist auch nicht völlig abwegig, denn gewitzte Hundebesitzer könnten auf die Idee kommen, sich so Zugang zu Cannabis für den Eigengebrauch zu verschaffen. Solange Cannabis verboten ist, dürfte sich an dieser Regelung nichts ändern.

Erfahrungen mit Cannabisöl aus den USA

Auch in den USA können Tierärzte kein Cannabisöl an Hunde verschreiben. Allerdings kann es dort in vielen Bundesstaaten legal zum Freizeitgebrauch erworben werden. Viele Hundebesitzer haben daher auf eigene Faust damit experimentiert. Die hohe THC-Konzentration von Cannabisöl ermöglicht den Einsatz im Hundefutter. Die meisten Tierärzte raten vor solchen Versuchen aber ab. Denn Studien zu den Auswirkungen von Cannabis auf Hunde gibt es bislang nicht. Weil Cannabisöl psychoaktiv ist, besteht die Gefahr, dass es das Verhalten der Tiere negativ beeinflusst. Und auch über mögliche Nebenwirkungen ist nichts bekannt. Vereinzelt gibt es aber durchaus Berichte von einer erfolgreichen Anwendung. So soll Cannabis den Appetit von Hunden anregen, die ihr Futter verweigern. Und auch bei Schmerzen wollen einige Besitzer eine Verbesserung nach der Gabe von Cannabis beobachtet haben.

CBD-Öl als Alternative

Wenn Cannabis in Deutschland irgendwann legalisiert werden sollte und entsprechende Studien vorliegen, könnte also durchaus irgendwann einmal der Tierarzt dieses Mittel verschreiben. Bis dahin können Hundebesitzer aber auf eine Alternative zurückgreifen, die deutlich weniger kontrovers ist. CBD-Öl wird genauso wie Cannabis aus Hanf gewonnen, hat aber keine psychoaktive Wirkung. Deshalb ist es legal erhältlich und wird gerne als Nahrungsergänzung gekauft. Auch viele Tierärzte haben das Thema CBD für sich entdeckt und beraten ihre Besucher zur Anwendung bei Hunden. Zur Gabe an Tiere werden spezielle Präparate eingesetzt, die das ungewohnte Mittel auch für skeptische Vierbeiner genießbar machen sollen. Unter anderem wird CBD-Öl bei Stress empfohlen: Vor dem Tierarztbesuch, bei einem Gewitter oder an Silvester soll das Pflanzenextrakt Panikanfälle verhindern.

Ob Cannabisöl ein sinnvolles Medikament für Hunde darstellt, ist nach derzeitigem Kenntnisstand fraglich. Weil sich viele Tierbesitzer dafür interessieren, dürften aber früher oder später wissenschaftliche Studien zu diesem Thema durchgeführt werden. In der Zwischenzeit müssen sich deutsche Hundehalter gedulden und auf andere Mittel ausweichen.