{"id":8500,"date":"2015-03-11T19:00:00","date_gmt":"2015-03-11T19:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/liquid-news.de\/?p=8500"},"modified":"2020-08-14T00:05:07","modified_gmt":"2020-08-14T00:05:07","slug":"dgppn-raet-in-sucht-behandlungsleitlinien-von-e-zigaretten-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liquid-news.com\/e-zigaretten\/dgppn-raet-in-sucht-behandlungsleitlinien-von-e-zigaretten-ab\/","title":{"rendered":"DGPPN r\u00e4t in Sucht-Behandlungsleitlinien von E-Zigaretten ab"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-8546 size-full\" src=\"https:\/\/liquid-news.com\/e-zigaretten\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DGPPN-raet-in-sucht-behandlungsleitlinien-von-e-Zigaretten-ab.jpg\" alt=\"DGPPN r\u00e4t in Sucht-Behandlungsleitlinien von E-Zigaretten ab\" width=\"300\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/liquid-news.com\/e-zigaretten\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DGPPN-raet-in-sucht-behandlungsleitlinien-von-e-Zigaretten-ab.jpg 300w, https:\/\/liquid-news.com\/e-zigaretten\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DGPPN-raet-in-sucht-behandlungsleitlinien-von-e-Zigaretten-ab-10x8.jpg 10w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h2>Neue deutsche Sucht-Behandlungsleitlinien raten von E-Zigaretten zur Tabakentw\u00f6hnung ab<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde hat im Februar zwei evidenzbasierte Leitlinien ver\u00f6ffentlicht, die Behandlungsstandards f\u00fcr Alkohol- und Tabakabh\u00e4ngigkeit auf dem neusten Stand der Wissenschaft definieren sollen. Mit den neuen Leitlinien sollen Pr\u00e4vention, Diagnose und Behandlung von sch\u00e4dlichem und abh\u00e4ngigem Alkohol- und Tabakkonsum greifbar gemacht werden.<\/p><div class=\"ln-132-firstparagraph ln-entity-placement\" id=\"ln-4058417637\"><div id=\"ln-1145921967\"><a href=\"https:\/\/a.check24.net\/misc\/click.php?pid=120053&amp;aid=258&amp;deep=pauschalreisen-vergleich&amp;cat=9\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow sponsered\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5118 size-full\" src=\"https:\/\/liquid-news.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/check24reise.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"250\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen Leitlinien geht die DGPPN hinsichtlich der Alkoholsuchttherapie einen radikal neuen Weg, der ironischerweise exakt der Wirkungsweise des Dampfens entspricht. Gleichzeitig versetzt sie <strong>der E-Zigarette einen Todessto\u00df<\/strong> \u2013 jedenfalls aus therapeutischer Sicht. Das ist kein Kavaliersdelikt: Denn die neuen Leitlinien richten sich an alle Berufsgruppen, die betroffene Patienten behandeln.<\/p>\n<h2>Die Empfehlungen wollen deutscher Standard werden<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund einer gro\u00dffl\u00e4chigen Beteiligung von Verb\u00e4nden und Organisationen handelt es sich um ein Grundsatzpapier, das behandelnde \u00c4rzte und Therapeuten genauso wie politische Entscheidungstr\u00e4ger als Grundlage f\u00fcr ihre Behandlungen von und Empfehlungen f\u00fcr tabakabh\u00e4ngige Patienten und B\u00fcrger nutzen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr noch: Die beteiligten Wissenschaftler haben den Ehrgeiz, mit der Studie die inhaltliche Basis f\u00fcr die deutsche Ratifizierung der WHO Framework Convention on Tobacco Control<br \/>\n(FCTC) vom 21. Mai 2003 zu schaffen, die am 19. November 2004 als \u201eGesetz zu dem Rahmen\u00fcbereinkommen der Weltgesundheitsorganisation vom 21. Mai<br \/>\n2003 zur Eind\u00e4mmung des Tabakgebrauchs\u201c deutsches Recht wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Studie wird explizit darauf hingewiesen, dass der deutsche Staat sich in Artikel 14 verpflichte, f\u00fcr die Erstellung einer nationalen Behandlungsleitlinie f\u00fcr Tabakabh\u00e4ngigkeit zu sorgen, dieser Pflicht aber noch nicht nachgekommen sei. Gleichzeitig wiesen die Autoren daraufhin, dass die vorliegende Leitlinie die sieben Qualit\u00e4tskriterien der Behandlungsleitlinien nach WHO-Kriterien erf\u00fclle. Mit anderen Worten: Sie k\u00f6nnte, so denn von Regierungsseite gew\u00fcnscht, vom Gesetzgeber unver\u00e4ndert als nationaler Behandlungsstandard empfohlen werden.<\/p>\n<h2>Ziel war eine umfassend bessere Versorgung und Behandlung f\u00fcr alle Zielgruppen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Leitlinien sind in einem vierj\u00e4hrigen Entwicklungsprozess im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) entstanden. Die Federf\u00fchrung lag bei der DGPPN und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). In die Entwicklung waren insgesamt mehr als 50 Fachgesellschaften, Berufsverb\u00e4nde und Gesundheitsorganisationen sowie \u00fcber 60 ausgewiesene Suchtexperten involviert. Dabei fanden durch die intensive Beteiligung von Selbsthilfe- und Angeh\u00f6rigenverb\u00e4nden auch die Pr\u00e4ferenzen der Patienten Geh\u00f6r.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Motivation f\u00fcr diese langj\u00e4hrige Arbeit sagt der Psychiater Peter Falkai, Vorstandsmitglied der DGPPN: &#8222;Menschen mit S\u00fcchten oder sch\u00e4dlichem Konsum von Alkohol oder Tabak sind in Deutschland deutlich unterbehandelt. Wir legen nun die Grundlage f\u00fcr eine bessere Versorgung und eine optimale Behandlung&#8220;. Die beteiligten 80 Experten analysierten (vorwiegend ehrenamtlich) mehr als 6800 Studien, die in den letzte zehn Jahren ver\u00f6ffentlicht wurden. Entstanden sind zwei dicke Pamphlete von jeweils mehreren Hundert Seiten: \u201eScreening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener St\u00f6rungen\u201c und \u201eScreening, Diagnostik und Behandlung des sch\u00e4dlichen und abh\u00e4ngigen Tabakkonsums\u201c. An letzterer sind 18 Autoren und mehr als 50 Wisseschaftler beteiligt.<\/p>\n<h2>An sich ein wirklich bewundernswertes Mammutprojekt.<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrer Pressemitteilung betont die DGPPN, dass es sich bei Tabakabh\u00e4ngigkeit und Alkoholismus um die schwerwiegendsten Suchterkrankungen in Deutschland handelt, an denen j\u00e4hrlich respektive 74.000 Menschen durch Alkohol und 110.000 Raucher sterben. Starke Raucher verlieren nach Evaluation der DGPPN durchschnittlich etwa zehn Jahre ihrer normalen Lebenserwartung durch ihre Sucht. Dennoch, so die Gesellschaft, w\u00fcrden derzeit &#8222;in ihrer Wirksamkeit gepr\u00fcfte Therapien durch professionelle Hilfsangebote&#8220; nur von rund 10 Prozent der Alkoholabh\u00e4ngigen und 15 Prozent der aufh\u00f6rwilligen Raucher genutzt. Nach wie vor g\u00e4lte vor allem Tabakabh\u00e4ngigkeit in Deutschland zu Unrecht f\u00fcr viele lediglich als \u201eungesunder Lebensstil\u201c und nicht als behandelbare Suchterkrankung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ziel dieser Arbeit ist im Kern die Formulierung von Behandlungsempfehlungen: Was soll, sollte oder kann Raucherinnen und Rauchern im Allgemeinen oder in speziellen Konstellationen zur Motivation oder zur Unterst\u00fctzung der Tabakentw\u00f6hnung angeboten werden? Auch Fragen zum Screening, zur Diagnostik und Dokumentation und zum ad\u00e4quaten Setting wurden beantwortet. Die Empfehlungen beinhalten dar\u00fcber hinaus auch problematische Angebote, die nicht<br \/>\nbef\u00fcrworten werden sollten oder sollen \u2013 wie tragischerweise die E-Zigarette.<\/p>\n<p>Leitlinien empfehlen f\u00fcr Alkohol, was das Dampfen bereits umsetzt:<br \/>\n<strong>Eine Reduktion des Risikos auf ein ertr\u00e4gliches Ma\u00df<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alkohol- und Tabaksuchtbehandlungen in Deutschland standen bisher unter dem Paradigma &#8222;Alles oder Nichts&#8220;. Therapien waren darauf angelegt, Abh\u00e4ngige g\u00e4nzlich vom Konsum zu entw\u00f6hnen. Der Erfolg einer Behandlung definierte sich dadurch, ob der Patient nach ihrem Ende nie wieder eine Glas Alkohol oder eine Zigarette anfassen w\u00fcrde. Das Schl\u00fcsselwort lautete: totale Abstinenz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Psychologisch gesehen ist diese Zielsetzung extrem problematisch, wie Neurophysiologen, Psychiater und Psychologen immer wieder best\u00e4tigen. Das Gehirn eines Abh\u00e4ngigen geht automatisch in Widerstandsmodus, wenn es sich auf eine Reise machen soll, an deren Ende das (im Moment so erscheinende) Nichts stehen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau diese Problematik ist die elektrische Zigarette ja auch in der Lage, zu umgehen. Sie ersetzt das Suchtmittel unmittelbar durch ein weitaus weniger (wenn \u00fcberhaupt) gef\u00e4hrliches Genussmittel, unter Beibehaltung desselben Habitus. F\u00fcr Suchtforscher eigentlich ein Geschenk des Himmels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb ist es geradezu revolution\u00e4r, dass die neuen Leitlinien f\u00fcr Alkoholkranke nun einen vergleichbaren Weg aufzeigen \u2013 und damit v\u00f6llig vom bekannten Pfad abweichen. Sie schlagen ein neues Behandlungsziel vor: Reduktion des Alkoholkonsums auf ein f\u00fcr den K\u00f6rper ertr\u00e4gliches, nicht l\u00e4nger potenziell t\u00f6dliches Ma\u00df. Nat\u00fcrlich bleibt eine v\u00f6llige Aufgabe des Trinkens der Idealzustand. Wenn Therapeut und Patient aber klar wird, dass f\u00fcr dieses Ziel weder der Wille noch die F\u00e4higkeit zur Ausf\u00fchrung vorhanden sind, dann kann eine Behandlung nach den neuen Vorschl\u00e4gen explizit erst einmal auf eine Kosum-Reduktion ausgerichtet sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grund f\u00fcr diesen Paradigmenwechsel sind Erfahrungsstudien. Mehrere repr\u00e4sentative Langzeitstudien haben gezeigt, dass eine Gruppe (nicht alle) Alkoholabh\u00e4ngige mit den richtigen Therapieans\u00e4tzen in der Lage sind, ihren Konsum wieder dauerhaft auf ein f\u00fcr den K\u00f6rper ertr\u00e4gliches Ma\u00df zu reduzieren. Dies kann Tausenden von Menschen das Leben retten oder es ma\u00dfgeblich verl\u00e4ngern, die Lebensqualit\u00e4t um ein Vielfaches erh\u00f6hen, die Gesundheitskosten und Belastung f\u00fcr die Allgemeinheit senken und die Angeh\u00f6rigen entlasten.<\/p>\n<h2>E-Zigarette w\u00e4ren theoretisch der Traum jedes Suchttherapeuten<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soweit (gr\u00f6bst zusammengefasst) die Alkoholrichtlinie. Nun zum Tabak. Was erwartet der aufgekl\u00e4rte Dampfer? Das dieser psychologisch intelligente und praxisbezogene Ansatz sich nun auch in der Leitlinie f\u00fcr Tabak wiederfindet, mit dem Hinweis darauf, dass mit der E-Zigarette eben dieses Verfahren des Umsteigens statt Austeigens bereits sehr erfolgreich praktiziert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn nat\u00fcrlich l\u00e4sst sich im Zusammenhang mit Tabak nur zur v\u00f6lligen Abstinenz raten. W\u00e4hrend an sich nicht jedes Glas Wein sch\u00e4dlich ist (wir kennen alle sogar umgekehrte Theorien), ist jeder inhalierte Zug verbrannten Tabaks Gift f\u00fcr den menschlichen Organismus. Oder, wie die Studie es richtig ausdr\u00fcckt: &#8222;Es gibt keinen unsch\u00e4dlichen Tabakkonsum&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar tut man auch schon mit einer Reduktion des Zigarettenkonsums dem K\u00f6rper Gutes, therapeutisch zu empfehlen bleibt als Behandlungsziel nur das Ende des Rauchens. Dennoch: Die oben beschriebene, psychologische Problematik bleibt dabei identisch. Eben deshalb ist das Dampfen ja so erfolgreich: Weil es einen Gro\u00dfteil der das Tabaksuchtverhalten \u00fcberhaupt erst ausl\u00f6senden, aber an sich nicht s\u00fcchtig machenden Komponenten erm\u00f6glicht, ohne dass der Dampfer dabei sein Leben verk\u00fcrzt.<\/p>\n<h2>Eine an sich verdienstvolle Forderung nach F\u00f6rderung aller Anti-Tabak-Praktiken<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">An sich stellt die Tabaksucht-Leitlinie eine wichtige und essenzielle Forderung dar. Indem sie n\u00e4mlich Tabak- und Alkoholsucht gleichstellt, \u00fcbt sie Druck auf die Politik aus, auch Rauchern den Weg aus der Sucht leichter zu gestalten und die Allgemeinheit von den im Text als Untergrenze auf 48,94 Milliarden Euro gesch\u00e4tzten Kosten zu befreien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies bedeutet im Kontext der Leitlinie zun\u00e4chst, Suchtbehandlungsprogramme zu finanzieren. Momentan sind Raucher meist auf sich allein gestellt, wenn es um Wege aus der Abh\u00e4ngigkeit geht. Die beteiligte Wissenschaftler und Verb\u00e4nde fordern nun, dass das Gesundheitssystem auch an dieser Stelle einspringt. Das w\u00fcrde in erster Linie bedeuten, dass therapeutische Ma\u00dfnahmen von den Kassen \u00fcbernommen werden. Momentan sind sie dazu laut f\u00fcnftem Sozialgesetzbuch (SGB V), Paragraph 34, nicht verpflichtet: \u201e\u2026 Von der Versorgung sind au\u00dferdem Arzneimittel ausgeschlossen, bei deren Anwendung eine Erh\u00f6hung der Lebensqualit\u00e4t im Vordergrund steht. Ausgeschlossen sind insbesondere Arzneimittel [&#8230;] zur Raucherentw\u00f6hnung ..&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w\u00fcrde aber auch bedeuten, dass die Politik vorhandene Wege zur Beendigung individueller Tabaksucht weiter ebnet \u2013 sprich, der Verf\u00fcgbarkeit hochwertiger E-Zigaretten und Liquids keine legislativen Steine in den Weg legt. Es bedeutet wiederum absolut nicht, das E-Zigaretten als Arzneimittel eingestuft werden m\u00fcsste \u2013 das sind Hypnotherapien auch nicht.<\/p>\n<h2>Lieber Pharmaka mit Herzinfarkt- und Suizidrisiko als E-Zigaretten<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr jedoch m\u00fcsste die Leitlinie E-Zigaretten den positiven Stellenwert einr\u00e4umen, den sie im Leben von Millionen Ex-Rauchern auf der ganzen Welt haben. \u201eE-Zigaretten\u201c w\u00e4re auch eine naheliegende Antwort auf die Kernfrage des gesamten Textes, die die Autoren so formulieren: &#8222;Was soll, sollte oder kann Raucherinnen und Rauchern im Allgemeinen oder in speziellen<br \/>\nKonstellationen zur Motivation oder zur Unterst\u00fctzung der Tabakentw\u00f6hnung angeboten werden?&#8220; (Denn tats\u00e4chlich sprechen die Autoren vorbildlich im gesamten Text von Tabak- nicht von Nikotinabh\u00e4ngigkeit. Sie begr\u00fcnden dies so: &#8222;Nikotin hat als Einzelsubstanz ohne die in Zigarettenrauch enthaltenen weiteren Begleitstoffe sowie in anderer pharmakokinetischer Aufbereitung als in der Zigarette geringere Verst\u00e4rkerwirkungen als bei Tabakrauchen.&#8220;)<\/p>\n<h2>Doch genau das Gegenteil ist der Fall.<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">E-Zigaretten werden an zwei Stellen der Studie als Entw\u00f6hnungsmittel diskutiert. An beiden Stellen wird von ihrer Empfehlung an Patienten und Klienten abgeraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Erl\u00e4uterung: Den Empfehlungen sind Evidenzgrade (LoE) zugeordnet. Sie sollen dar\u00fcber informieren, &#8222;in welcher Qualit\u00e4t und damit wie zuverl\u00e4ssig die wissenschaftliche Information zu dieser Empfehlung&#8220; vorliegen. &#8222;Die Empfehlungsgrade (A: starke Empfehlung, formuliert mit \u201esoll\u201c, B: \u201esollte\u201c, 0: \u201ekann\u201c) ergeben sich aus einer komplexen Abw\u00e4gung des LoE im Hinblick auf die klinische Relevanz, das Nutzen-Risiko-Verh\u00e4ltnis, Patientenpr\u00e4ferenzen, Umsetzbarkeit in der Versorgung und ggf. weitere Einflussgr\u00f6\u00dfen. Wurde keine systematische Literaturrecherche durchgef\u00fchrt, konnten als notwendig erachtete Empfehlungen auch als \u201eKlinische Konsenspunkte\u201c (KKP) formuliert werden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>In der Einleitung der Studie sind die gesamten Handlungsempfehlungen einmalig zusammengefasst. Sie lauten wie folgt:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Raucherinnen und Rauchern, die sich als entw\u00f6hnungswillig, wenn auch als nicht ohne Unterst\u00fctzung entw\u00f6hnungsf\u00e4hig einsch\u00e4tzen, sollen zun\u00e4chst Angebote niederschwelliger Verfahren (insbesondere Kurzberatung, motivierende Gespr\u00e4chsf\u00fchrung, Telefonberatung) gemacht werden. Wenn eine intensivere Behandlung ben\u00f6tigt und gew\u00fcnscht wird, soll eine verhaltenstherapeutische Einzel- oder Gruppenbehandlung ggf. in Verbindung mit Medikamenten vorgeschlagen werden. Bei einer ausgepr\u00e4gten Entzugssymptomatik sollen<br \/>\nMedikamente vorgeschlagen werden. Wenn eine Nikotinersatztherapie (z.B. Pflaster + schnell wirksames Nikotinpr\u00e4parat) nicht wirksam sein sollte, soll nach Pr\u00fcfung von Indikationen bzw. Kontraindikationen Vareniclin oder Bupropion angeboten werden. Kinder, Jugendliche und Schwangere sollen keine Medikamente zur Entw\u00f6hnungsbehandlung einnehmen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Wort von E-Zigaretten \u2013 und, bevor dies jemand optimistischerweise denkt, unter &#8222;Nikotinersatztherapien&#8220; fallen diese gem\u00e4\u00df der Studie explizit nicht. Mit andere Worten: Bevor Therapeuten zum Dampfen raten, sollten sie lieber Medikamente anbieten, bei deren Einnahme gesunde Raucher mittleren Alters einem um 72 Prozent erh\u00f6hten Risiko ausgesetzt sind, einen Herzinfarkt oder andere ernsthafte Herzprobleme zu erleiden (Vareniclin), wie eine Studie der Johns Hopkins University an 8200 Probanden ergab. Die amerikanische \u201eFood and Drug Administration\u201c vermutet zus\u00e4tzlich, dass der Wirkstoff die Selbstmordgefahr erh\u00f6ht.<\/p>\n<h2>E-Zigaretten sollen nicht empfohlen werden, bevor sie nicht als Arzneimittel zugelassen sind<\/h2>\n<p>E-Zigaretten finden erst relativ sp\u00e4t in den Leitlinien \u00fcberhaupt eine Erw\u00e4hnung, das erste Mal auf Seite 64.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab dort besch\u00e4ftigt die Studie sich mit der sogenannten &#8222;Harm Reduction&#8220;, den Methoden also, die nicht die Abstinenz vom Nikotin zum Ziel haben, sondern auf die Eliminierung des Konsums der wirklich sch\u00e4dlichen Substanzen im Tabak abzielen. Oder, in den Worten der Studie: Es geht um &#8222;Empfehlungen zur Reduzierung des Tabakkonsums bei Rauchern ohne\u00a0 Abstinenzmotivation&#8220;. Die genaue Fragestellung lautet: &#8222;Welche Interventionen [&#8230;] sind geeignet, um bei Rauchern oder Untergruppen von Rauchern [&#8230;] die Motivation zum Rauchstopp oder einer Reduktion des Tabakkonsums zu erh\u00f6hen?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unmittelbar und eingehend kommen danach E-Zigaretten zur Sprache \u2013 das erscheint ja auch logisch. Umso erschreckender die ebenfalls sofort voraus geschickte Quintessenz der entsprechenden Empfehlung: &#8222;E-Zigaretten sollen nicht empfohlen werden, bevor sie nicht unter den Bedingungen der Arzneimittelpr\u00fcfung auf ihre Wirksamkeit und Vertr\u00e4glichkeit bei der harm reduction und Tabakentw\u00f6hnung untersucht worden sind.&#8220; Der Empfehlungsgrad f\u00fcr diese Empfehlung lautet KKP, also &#8222;Klinische Konsenspunkte&#8220; Wir erinnern uns, das steht f\u00fcr (Zitat!): &#8222;Es wurde keine systematische Literaturrecherche durchgef\u00fchrt&#8220;, die Empfehlungen werden von den Autoren aber dennoch als &#8222;notwendig erachtet&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Und wer sind die Autoren dieses Absatzes der Leitlinie? Christoph Kr\u00f6ger, Peter Lindinger, Kay Uwe Petersen und Martina P\u00f6tschke Langer.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihnen zufolge konnte keine systematische Literaturrecherche durchgef\u00fchrt werden, weil &#8222;die Evidenz im Wesentlichen durch neueste Literatur erbracht wurde, die nach dem<br \/>\nSystematischen Review (Recherche Mitte 2012) erschienen ist. Daher ist nur ein klinischer<br \/>\nKonsensentscheid m\u00f6glich.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es stellt sich mir schon an dieser Stelle die Frage: Wieso sollte die E-Zigarette unter den &#8222;Bedingungen der Arzneimittelpr\u00fcfung&#8220; auf ihre Wirksamkeit getestet werden m\u00fcssen? Andere Interventions- und Therapiema\u00dfahmen mussten auch nicht auf ihren Arzneimittelstatus gepr\u00fcft werden, um empfohlen zu werden, sondern lediglich auf ihre erwiesene Wirksamkeit.<\/p>\n<h2>Der unsterbliche Mythos der fehlenden Studien<\/h2>\n<p>Im nachfolgenden Text wird die E-Zigarette ausf\u00fchrlich besprochen, weil sie sich unter Rauchern &#8222;einer hohen Bekanntheit und Akzeptanz erfreut&#8220;, wie unumwunden eingestanden wird. Es folgt eine pr\u00e4zise Beschreibung der Gr\u00fcnde hierf\u00fcr:<\/p>\n<p>&#8222;Als potentielles Mittel der \u201eHarm Reduction\u201c sollte die E-Zigarette drei Gruppen von Rauchern ansprechen: Raucher, die nicht mit dem Rauchen aufh\u00f6ren wollen (1); Raucher, die erfolglos<br \/>\nversucht haben von der Zigarette loszukommen (2) und Raucher, die explizit eine alternative Methode zum Rauchstopp nutzen wollen (3). Die E-Zigarette sollte den Zigarettenkonsum<br \/>\ng\u00e4nzlich ersetzen oder durch eine Verminderung des Konsums zu einem Rauchstopp motivieren. Das oberste Ziel sollte immer der Rauchstopp sein, der auch \u00fcber den Umweg<br \/>\neiner vorhergehenden Reduktion erreicht werden kann. Die E-Zigarette kann in dreifacher Hinsicht bei der Tabakentw\u00f6hnung genutzt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0vor\u00fcbergehendes Hilfsmittel bis zur Erreichung des Rauchstopps (vergleichbar mit medikament\u00f6ser Behandlung)<\/li>\n<li>dauerhafte Alternative zum Zigarettenkonsum (Substitution)<\/li>\n<li>kombinierter Gebrauch von herk\u00f6mmlichen Zigaretten und E-Zigaretten zur dauerhaften Reduktion des Zigarettenkonsums (Dual Use)&#8220;.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles in allem eine ausgezeichnete Zusammenfassung, wieso die E-Zigarette als eine Prim\u00e4rempfehlung ganz oben auf der Liste von Psychologen und Therapeuten stehen sollte. Es ist also keinesfalls so, als w\u00fcrden die Autoren unwissentlich den nun folgenden Bockmist verzapfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinsichtlich der langfristigen Wirksamkeit zum Erreichen dieses Ziels wird eine einzige Studie zitiert, die zwar den Erfolg des Dampfens f\u00fcr die Tabakabstinenz best\u00e4tigt, aber, wie die Autoren schnell hinzuf\u00fcgen &#8222;nicht mit ausreichender statistischer power durchgef\u00fchrt wurde.&#8220; Sie schreiben weiter: &#8222;Studien mit h\u00f6herer Fallzahl und Studien, die den Effekt begleitender Beratung untersuchen, sind dringend n\u00f6tig, um die Wirksamkeit der E-Zigarette als Mittel der \u201eHarm Reduction\u201c zu untersuchen.&#8220; Das ist nat\u00fcrlich richtig und ein erfreulicher Appell an die Finanzierungbereitschaft des Bundes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Problem dabei ist nur, dass hier wieder einmal der Mythos aufrecht erhalten wird, es g\u00e4be schlichtweg nicht genug Studien, um eine vorl\u00e4ufige Empfehlung von E-Zigaretten als wirksam zu rechtfertigen. Und das ist schlicht eine falsche, polemische Aussage.<\/p>\n<h2>Die Entm\u00fcndigung des Therapeuten in einer Leitlinie f\u00fcr&#8230;\u00e4hm, Therapeuten<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie erlaubt allerdings das folgende Fazit: &#8222;Die E-Zigarette sollte auf Grund der hohen Akzeptanz bei Rauchern durchaus als Mittel zur Tabakentw\u00f6hnung (erwachsener, stark konsumierender Raucher) diskutiert werden. Auf Grund der M\u00e4ngel in der Qualit\u00e4tsregulierung, wegen mangelnder Daten zum Langzeitgebrauch der E-Zigarette und zum Einsatz als Mittel der \u201eHarm Reduction\u201c, sowie wegen politischer und ethischer Bedenken kann die E-Zigarette jedoch nicht uneingeschr\u00e4nkt zur NET (Nicotine Replacement Therapy) empfohlen werden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sprich: Lieber Therapeut, wir haben hier ein etwas exotisches, aber offensichtlich bereits von der prim\u00e4ren Zielgruppe akzeptiertes (um nochmal den Text selbst zu zitieren: &#8222;Die E-Zigarette wird von Rauchern \u00e4hnlich h\u00e4ufig als Tabakentw\u00f6hnungsmittel verwendet, wie andere nikotinhaltige Pr\u00e4parate zusammengerechnet&#8220;) Pr\u00e4parat, dass dennoch aufgrund der mit ihm verbundenen, vielf\u00e4ltigen Risiken momentan nur in den H\u00e4nden der forschenden Wissenschaft und politischer Entscheidungstr\u00e4ger sicher aufgehoben ist und dort &#8222;diskutiert&#8220; wird. Du wartest also bitte ab, bis Papi Staat und Mami Industrie wieder auf Dich zukommen und Dir den Einsatz erlauben und schaust derweil jenen Deiner Patienten, die ansonsten therapieresistent sind, beim Sterben zu.&#8220;<\/p>\n<h2>Herbeigeredete Risiken und irrelevante Warnungen<\/h2>\n<p>Und wo liegen diese vermeintlichen Risiken der Leitlinie nach?<\/p>\n<p><strong>1.In der unzureichenden Erforschung: &#8222;Es fehlen bisher Langzeitstudien zu den gesundheitlichen Folgen des Ezigarettenkonsums.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stimmt, daf\u00fcr ist die E-Zigarette noch nicht lang genug auf dem Markt. Es gibt aber ausreichende Kurzzeitstudien und in-vitro Laboruntersuchungen, um zweifelsfrei festzustellen, dass Dampfen erstens um mindestens 1000 Prozent weniger sch\u00e4dlich ist als der Tabakkonsum und zweitens die Inhalation von reinem Nikotin auch unter pharmakologischen Gesichtspunkten keine von anderen zugelassenen Nikotinersatzprodukten abweichenden Gesundheitssch\u00e4den verursachen wird. Ebenfalls absolut zweifellos sind E-Zigaretten gesundheitlich weniger riskant als die empfohlenen Medikamente.<\/p>\n<p><strong>2.In der Qualit\u00e4tsregulierung.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist korrekt, diese unterliegt noch keinen vom Gesetzgeber forcierbaren Standards, bis die TPD2 umgesetzt ist. Dann allerdings schon (dies wird im Text mit keinem Wort erw\u00e4hnt). Allerdings gibt es gen\u00fcgend europ\u00e4ische E-Zigaretten und Liquid-Anbieter, die ihre Produktion freiwillig und nachweisbar den geltenden pharmakologischen und lebensmittelrechtlichen EU-Standards unterziehen. Hierauf k\u00f6nnte jeder Therapeut verweisen.<\/p>\n<p><strong>3.In politischen und ethischen Bedenken:<\/strong><\/p>\n<p>a)\u201cDurch die massive Bewerbung der E-Zigarette als schadensminderndes Produkt k\u00f6nnte die Tabakindustrie ihr Image verbessern und sich als sozial engagierte Industrie profilieren&#8220;.<br \/>\nb)\u201cDie E-Zigarette k\u00f6nnte das Rauchen in der \u00d6ffentlichkeit renormalisieren.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ersteres ist korrekt, zweiteres nicht nachgewiesen \u2013 beides aber eine an dieser Stelle v\u00f6llig irrelevante Propaganda f\u00fcr die \u00dcberregulierung von E-Zigaretten-Marketing und das Verbot des Dampfens in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen. Diese stehen im vorliegenden Kontext \u00fcberhaupt nicht zur Debatte, weil sie nichts mit der Wirksamkeit der elektrischen Zigarette als Tabaksucht-Entw\u00f6hnungshilfe zu tun haben.<\/p>\n<p><strong>Im Text werden au\u00dferdem weitere Bedenken gegen die E-Zigarette ausgef\u00fchrt:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;Unter s\u00fcdkoreanischen Jugendlichen erh\u00f6ht sie den Tabakkonsum, f\u00f6rdert \u201eDual Use\u201c und ist somit schadensmehrend statt schadensmindernd.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber: Erstens gibt es andere Studien, die diese Effekte bei Jugendlichen in anderen L\u00e4ndern widerlegen. Zweitens geht es bei der Leitlinie nur um die Frage, ob E-Zigaretten Erwachsenen Rauchern zum Tabakausstieg empfohlen werden sollen, nicht darum, ob sie f\u00fcr andere Zielgruppen eine Gefahr darstellen.<\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;In den Liquids und im Aerosol einiger Modelle wurden Schwermetalle nachgewiesen.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber: Es steht dem Konsumenten frei, zertifiziert schadenfreie Produkte zu erwerben.<\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;Die Inhalation von Propylenglykol, das in den Liquids als Vernebelungsmittel eingesetzt wird, ist vor allem f\u00fcr Nutzer mit Atemwegsbeschwerden bedenklich.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber: Ich bef\u00fcrchte, auch wenn es sich wie der Plot eines schlechten Sketches anh\u00f6rt, dass die Autoren zur Untermauerung dieser These unter anderem Artikel wie diese heranziehen: &#8222;Moline JM, Golden AL, Highland JH, Willmarth KR, Kao AS. Health Effects Evaluation of Theatrical Smoke, Haze and Pyrotechnics. Equity-League Pension and Health Trust Funds. 2000.&#8220; So jedenfalls weist es das Literaturverzeichnis aus. Es stimmt, PG kann Atemwege reizen. Anf\u00e4llige Nutzer steigen dann einfach auf Liquids um, die stattdessen Glycerin enthalten \u2013 das hier mit keinem Wort erw\u00e4hnt wird.<\/p>\n<ul>\n<li>Die einfache Manipulierbarkeit der Liquids und die hohe Nikotinkonzentration.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber: Auch Nikotinpflaster und Sprays sind manipulierbar \u2013 man kann sich davon so viele aufkleben, wie man m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Die dem Artikel folgenden Literaturliste beinhaltet ausschlie\u00dflich Studien mit negativen Ergebnissen, die inzwischen s\u00e4mtlich von ebenso wissenschaftlichen Kriterien gen\u00fcgenden Untersuchungen widerlegt wurden.<\/p>\n<h2>E-Zigaretten als somatische Therapieverfahren<\/h2>\n<p>Das zweite Mal wird die E-Zigarette unter Punkt 4.5: &#8222;Somatische Therapieverfahren (z.B. Akupunktur, Magnetstimulation, elektrische Zigarette)&#8220; erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Die Fragestellung lautet hier (abweichend von oben): &#8222;Bei welchen Patienten oder Patientengruppen sind alleine oder in Kombination mit anderen medikament\u00f6sen oder psychotherapeutischen Verfahren angewendete somatische Therapieverfahren (z.B. Akupunktur, Magnetstimulation, elektrische Zigarette) im kontrollierten Vergleich wirksam? Gibt es Hinweise auf eine fehlende oder sogar unerw\u00fcnschte Wirksamkeit?&#8220;<\/p>\n<p>Die Antwort ist naturgem\u00e4\u00df die gleiche: &#8222;Die Datenlage zur Sicherheit und Effektivit\u00e4t der elektrischen Zigarette in der Tabakentw\u00f6hnung ist unzureichend. Die elektrische Zigarette sollte zur Tabakentw\u00f6hnung nicht angeboten werden.&#8220;<\/p>\n<p>Allerdings sind die Erl\u00e4uterungen zu dieser Empfehlung deutlich ausgewogener als noch einige Seite zuvor (ob die fehlende Beteiligung von Martina P\u00f6tschke Langer als Autorin dabei eine Rolle spielt, kann ich nur vermuten. Autoren waren hier Anil Batra, Tobias R\u00fcther, Cornelie Schweizer, und nochmals Kay Uwe Petersen).<\/p>\n<p>Was aber vor allem signifikant auff\u00e4llt: Im ersten Beitrag steht nach ausf\u00fchrlichem Lamentieren \u00fcber den katastrophalen Forschungsstand unter Punkt 4.2.6.:<strong> &#8222;Empfehlungen f\u00fcr k\u00fcnftige Forschung: Entfallen.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Im zweiten Beitrag lauten die Empfehlungen f\u00fcr k\u00fcnftige Forschung: &#8222;Randomisiert kontrollierte Studien zur langfristigen Wirksamkeit und Sicherheit von elektrischen Zigaretten als Hilfsmittel zur Tabakentw\u00f6hnung sollten durchgef\u00fchrt werden.&#8220; Auch die Literaturliste ist etwas ausgewogener, wenn auch die Artikel verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig alt (meist aus 2011) sind.<\/p>\n<p>Fazit: Nicht nur eine vergebene Chance, sondern eine gef\u00e4hrliche Fehleinsch\u00e4tzung<\/p>\n<p>Dennoch: Dieser wie der vorangehende Beitrag entt\u00e4uschen mich ma\u00dflos. Nicht nur das: Ich halte sie f\u00fcr h\u00f6chst gef\u00e4hrlich. Denn sie<\/p>\n<ul>\n<li>halten Mediziner, Therapeuten und Gesundheitsberater von der Empfehlung eines Mittels (nicht Arzneimittels!) ab, dass Zigtausenden ihrer Patienten das Leben retten k\u00f6nnte \u2013 ohne nennenswerte Nebenwirkungen.<\/li>\n<li>geben Politikern einen weiteren Baustein an die Hand, E-Zigaretten streng zu regulieren \u2013 diesmal unter dem Deckmantel &#8222;Dann k\u00f6nnen sie auch unbesorgt empfohlen werden.&#8220;<\/li>\n<li>entm\u00fcndigen den Patienten, indem sie ihm eine zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeit nehmen, sich umfassend zu informieren \u2013 denn in der Praxis ist es nun einmal so, dass Mediziner und Therapeuten nach wie vor als Autorit\u00e4ten angesehen werden, denen viele Menschen mehr vertrauen als dem eigenen Rechercheverm\u00f6gen.<\/li>\n<li>spielen der Pharmaindustrie und ihren oft lebensgef\u00e4hrlichen Entw\u00f6hnungsmedikamenten in die Hand.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und das alles, obwohl es auch bei den f\u00fcr die Leitlinien verantwortlichen Wissenschaftler bereits eine Sensibilisierung f\u00fcr die Paradoxie dieses Ansatzes zu geben scheint. Ganz am Schluss des Textes finden sich unter Punkt 4.9.8. Empfehlungen f\u00fcr k\u00fcnftige Aktualisierungen der Leitlinie: &#8222;Es wird vorgeschlagen, k\u00fcnftig die Empfehlung einer Intervention neben dem randomisiert<br \/>\nkontrolliert erbrachten Wirksamkeitsnachweis (efficacy) st\u00e4rker mit der Wirksamkeit (effectiveness) unter realen Versorgungsbedingungen zu verbinden.&#8220;<\/p>\n<p>Es reicht ein zweist\u00fcndiger Blick ins Internet, um die positive Wirksamkeit von E-Zigaretten im Prozess der Tabakentw\u00f6hnung best\u00e4tigt zu finden. Die Ironie ist nur: Mit dieser Ver\u00f6ffentlichung haben f\u00fcr die seelische und k\u00f6rperliche Gesundheit von Menschen Verantwortliche es soeben geschafft, die realen Versorgungsbedingungen der Bev\u00f6lkerung mit einem lebensrettenden, risikoarmen (wenn nicht freien) Mittel gravierend zu erschweren.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Links<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.dgppn.de\/presse\/pressemitteilungen\/detailansicht\/article\/\/alkohol-und.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">DGPPN: Alkohol- und Tabakabh\u00e4ngigkeit: neue evidenzbasierte Leitlinien definieren Behandlungsstandards<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.dgppn.de\/fileadmin\/user_upload\/_medien\/download\/pdf\/pressemitteilungen\/2015\/2015-02-03-Leitlinie-Tabak.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">DGPPN: S3-Leitlinie \u201eScreening, Diagnostik und Behandlung des sch\u00e4dlichen und abh\u00e4ngigen Tabakkonsums\u201c<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.dampfer-magazin.de\/dampfen-macht-unabhaengig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dampfermagazin: \u00fcbers Dampfen und die (Un-)Abh\u00e4ngigkeit<\/a><\/p>\n<p><strong>Weitere Themen<\/strong><br \/>\n<a title=\"Ex-Tabakkontroll-Direktor der WHO bekennt sich zur E-Zigarette\" href=\"https:\/\/liquid-news.com\/e-zigaretten\/ex-tabakkontroll-direktor-der-who-bekennt-sich-zur-e-zigarette\/\">Ex-Tabakkontroll-Direktor der WHO bekennt sich zur E-Zigarette<\/a><br \/>\n<a title=\"E-Regulierungen sind verfassungswidrig, behauptet US-Juraprofessor\" href=\"https:\/\/liquid-news.com\/e-zigaretten\/e-regulierungen-sind-verfassungswidrig-behauptet-us-juraprofessor\/\">E-Regulierungen sind verfassungswidrig, behauptet US-Juraprofessor<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/liquid-news.com\/e-zigaretten\/was-jedermann-ueber-e-zigaretten-wissen-sollte\/\">Die WHO und was jedermann \u00fcber die e-Zigarette wissen sollte<\/a><br \/>\n<a title=\"E-Zigaretten Forschung in Deutschland\" href=\"https:\/\/liquid-news.com\/e-zigaretten\/e-zigaretten-forschung-in-deutschland\/\">e-Zigarettenforschung in Deutschland<\/a><\/p>\n<p><strong>Aktiv dabei sein<\/strong><br \/>\n<a title=\"Nachricht oder Erfahrungsbericht an DGPPN senden\" href=\"http:\/\/www.dgppn.de\/kontaktanfrage.html?no_cache=1http:\/\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dampfer k\u00f6nnen hier eine Nachricht zur Erfahrung mit ihrer e-Zigarette an die DGPPN senden<\/a><\/p><div class=\"ln-300-bottom ln-entity-placement\" id=\"ln-3927967896\"><div id=\"ln-1251053815\"><a href=\"https:\/\/a.check24.net\/misc\/click.php?pid=120053&amp;aid=18&amp;deep=handytarife&amp;cat=7\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6519\" src=\"https:\/\/liquid-news.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Check24Mobi234.jpg\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"60\" \/><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue deutsche Sucht-Behandlungsleitlinien raten von E-Zigaretten zur Tabakentw\u00f6hnung ab Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde hat im Februar zwei evidenzbasierte Leitlinien ver\u00f6ffentlicht, die Behandlungsstandards f\u00fcr Alkohol- und Tabakabh\u00e4ngigkeit auf dem neusten Stand der Wissenschaft definieren sollen. 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