Wie die Dampfer-Community den WHO-eZigaretten Report demontiert

Wie die Dampfer-Community innerhalb eines Monats den WHO-Report zu E-Zigaretten rückstandslos demontiert hatWie die Dampfer-Community innerhalb eines Monats den WHO-Report zu E-Zigaretten rückstandslos demontiert hat

Teil 1

Am 26. August diesen Jahres hat die Weltgesundheitsorganisation ihr lang erwartetes Statement zur E-Zigarette abgegeben – wir berichteten hier. Lang erwartet deshalb, weil hier eine historische Chance gewesen wäre, den 179 Mitgliedsstaaten einen objektiven, wissenschaftlich fundierten Einblick in das Potenzial der elektrischen Zigarette als lebensrettendes Mittel zur Tabakentwöhnung zu ermöglichen. Diese Chance hat die WHO vertan. Sie ist dafür bereits am 04. September von einer beeindruckenden Front medizinischer und wissenschaftlicher Experten kritisiert worden – richtigerweise heftig, aber gleichzeitig extrem sachlich. Eine Zusammenfassung dieser offenen Analyse findet sich an dieser Stelle.

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Erschreckende Schwächen im Bericht

Im Ergebnis lassen sich im WHO-Bericht eine Reihe erschreckender Schwächen erkennen, die einer supranationalen Organisation dieser Größenordnung einfach nicht unterlaufen dürften. Diese sind in den letzten Wochen wieder und wieder in der internationalen Dampfer-Gemeinschaft diskutiert worden, in Foren, auf Twitter und Facebook und in Blogs. Das dabei erreichte, hohe argumentative Niveau alleine zeigt schon, dass Dampfen (im Gegensatz zum Zigarettenrauchen) eine selbst-bewusste, erwachsene Entscheidung von Menschen ist, die sich mit ihrer eigenen Rolle bei der Erhaltung ihrer Gesundheit und der ihrer Mitmenschen auseinandersetzen.

Ergebnis stand bereits vorher Abschluss fest

Die WHO sah sich nun innerhalb eines Monats mit den immer gleichen, nicht weg diskutierbaren Kritikpunkten konfrontiert – jenseits aller Verschwörungstheorien. Ihr Report basiert auf einer offensichtlich subjektiven Auswahl an Studien und ist nur möglich durch die gleichzeitige völlige Ignoranz anderer Untersuchungen mit häufig deutlich höherem akademischen Anspruch. Viele Aussagen sind zwar nicht offensichtlich falsch, aber von einer polemischen Semantik, die mit aus ihrem Zusammenhang gerissenen Zahlen und Ergebnissen arbeitet. Ganz eindeutig handelt es sich um einen deduktiven Ansatz, bei dem das gewünschte Ergebnis vor Abfassung feststand und nur die Daten zugelassen wurden, die dieses unterstützen konnten.

Keine wissenschaftlich belastbare Argumentation

Die resultierende Schwammigkeit führt dazu, dass der WHO-Bericht zu keiner wissenschaftlich belastbaren Risikobewertung von E-Zigaretten für die relevanten, potenziellen und tatsächlichen Nutzergruppen kommen kann – also Raucher, Nichtraucher, dampfende Ex-Raucher, Passivraucher und Kinder und Jugendliche. Zudem legt der Bericht erstaunlich wenig Wert auf die mögliche Gesundheitsverbesserung von Nikotinabhängigen. Völlig außen vorgelassen wird eine Diskussion über die Zugangsbeschränkungen und deren Sinn, wenn es um ein Produkt geht, das in jedem Fall sicherer ist als die Tabakzigarette (nicht mal die WHO kann dieses Tatsache bestreiten und tut es auch nicht).

Versagen im Risikomanagement der Weltgesundheit

Generell stellt der Bericht sämtliche möglichen und vor allem unwahrscheinlichen Risiken in ein un-proportioniertes Verhältnis zum möglichen Nutzen; Gefahren werden überbetont, der Gesundheitsgewinn unnötig relativiert. Zusammenfassend werden E-Zigaretten als Problem dargestellt, nicht als mögliche Lösung desselben. Das Risiko, welches mit Verboten oder Überregulierungen der eCigarette einhergeht, nämlich der weitere Tod und das Leiden von Millionen Menschen, wird skandalöserweise (anders kann ich es nicht formulieren) völlig ignoriert. Damit aber macht sich die WHO eines katastrophalen Versagens im Risikomanagement der Weltgesundheit schuldig.

In Konsequenz lassen sich aus den kritischen Reaktionen der letzten Wochen folgende Empfehlungen im Hinblick auf den Umgang mit dem WHO-Report herauslesen. Die WHO wäre eigentlich verpflichtet, den Report als unvollständig zurückzunehmen und zu überarbeiten, mit einem objektiven, induktiven, ausgewogenen Ansatz hinsichtlich der wissenschaftlichen Beweislage. Elektrische Zigaretten, oder generell Electronic Nicotine Delivery Systems, sollten nicht länger der vom 13-18 Oktober in Moskau stattfindenden Framework Convention on Tobacco Control untergeordnet werden. Momentan werden die ENDS im vorläufigen Programm COP6 der globalen WHO-Konferenz so aufgeführt:

„Control and prevention of globally emerging products
1. Smokeless tobacco products
2. Electronic nicotine delivery systems, including electronic cigarettes
3. Waterpipe tobacco smoking (item proposed by two Parties)“

Daraus geht klar hervor, dass die WHO die ENDS nicht als therapeutisches Produkt einstuft, sondern wie alle anderen auf dieser Konferenz diskutierten Parameter als definitive Gefahr, die es in jedem Fall zu kontrollieren und verhindern gilt – die Frage ist nur noch wie. Stattdessen sollte die WHO eine gesonderte Kommission mit eigenen Kommunikationskanälen einrichten, in denen über alle Aspekte der ENDS geforscht, berichtet und diskutiert wird.

Die 179 WHO-Länder sollten ihrerseits von der WHO einen strengeren Umgang mit Daten und Studien verlangen – es sei denn, sie haben die Studie selbst in Auftrag gegeben, um E-Zigaretten in Zukunft besteuern zu können. Sie sollten von der WHO eine deutlich strengeres Qualitätsmanagement im Hinblick auf seine Risikokommunikation verlangen, die in diesem Fall schlicht minderwertig und gefährlich war. Bis dahin sollten sie ihre Entscheidungen hinsichtlich der Regulierung von eCigarettes nicht auf den WHO-Empfehlungen basieren lassen, wenn sie nicht die Gesundheit ihrer Bürger riskieren wollen.

In den kommenden Tagen werden wir auf LIQUID-NEWS.com die Wissenschaftler vorstellen die sich für eine Pro eZigaretten-Politik aussprechen und ihre Argumente die im Gegensatz zur WHO belastbar und fundiert sind.

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